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Händler in der Vulkaneifel ziehen positive Bilanz nach erstem Maskentag

Erster Tag der Maskenpflicht : Kunden sind vernünftig und halten sich an die Vorgaben

Im Vulkaneifelkreis ziehen die Gewerbetreibenden nach dem ersten Tag mit Maskenpflicht eine weitestgehend positive Bilanz. Die Kunden halten sich an die Vorgaben und die Verkäufer konnten eh schon ein paar Tage üben.

Zugegeben: So viele Menschen mit Mundschutz im Alltag zu sehen, ist immer noch gewöhnungsbedürftig. Was in vielen asiatischen Ländern schon lange Standard ist, gehört seit Montag auch in Deutschland zur viel zitierten „neuen Normalität“ in Zeiten von Corona.

„Neue Normalität“ bedeutet seit  Montag: Maskenpflicht beim Einkauf und in öffentlichen Verkehrsmitteln in nun fast allen Bundesländern (in Schleswig-Holstein ab Mittwoch). Vorgaben, die noch längere Zeit Bestand haben werden, ist Stefanie Mayer-Augarde überzeugt. Sie ist die Vorsitzende des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV) Daun und betreibt ein Uhr- und Schmuckgeschäft sowie eine Galerie.

„Wir werden uns daran gewöhnen müssen“, sagt sie und begrüßt die Einführung der Pflicht. „Sie macht uns die Arbeit leichter, wir fühlen uns besser geschützt. Und auch die Kunden sind meiner Erfahrung nach einverstanden mit der Maßnahme, die die Politik vorgibt.“ Stefanie Mayer-Augarde hält Masken bereit, aber viele der Kunden sind mit Blick auf die Einführung der Pflicht schon gerüstet. Beim GVV hatte es Überlegungen gegeben, Masken für die Mitgliedsbetriebe anzuschaffen. „Aber das wäre auch finanziell eine Größenordnung geworden, die für den Verein nicht zu stemmen gewesen wäre“, sagt Geschäftsführer Wolfgang von Wendt. Aber er hat den Firmen gern Quellen vermittelt, wo Masken beschafft werden konnten.

Auch von Wendt ist ein Masken-Befürworter und froh, „dass es nun endlich eine generelle Anordnung dafür gibt.“ Obwohl: Ganz einheitlich ist es doch nicht geregelt. So gilt die Maskenpflicht in Berlin nur für den ÖPNV. Was Rainer Nöllen, Inhaber der Fahrrad-Fachgeschäfts Funbike in Daun, stört. Und überhaupt sind die unterschiedlichen Maßnahmen in den Ländern für ihn schwer nachvollziehbar.

Masken tragen Nöllen und seine Mitarbeiter seit der Wiedereröffnung Anfang vergangener Woche, und auch immer mehr Kunden schützten sich so. Für seinen Kunden Christian Kläs ist die Maske noch gewöhnungsbedürftig, „aber wenn es hilft, ist es okay.“ Vor der Bäckerei Utters in der Abt-Richard-Straße in der Kreisstadt steht Margot Bangert. Sie hofft, dass alle mitziehen: „Es ist ein einfaches Mittel, und wenn dann auch noch alle an den Abstand denken, dann finde ich das super.“

Für viele gilt nicht erst seit Einführung der Maskenpflicht: Man geht nicht mehr ohne. Das haben auch Sabine Voswinkel und Elke Fischer festgestellt, die bei der Firma Minninger in Daun arbeiten: „Viele Leute haben sich darauf eingestellt. Bis dato haben sich die Kunden auch an die Vorgabe gehalten.“ Für ihren Chef Stefan Minninger ist die Maskenpflicht ein „richtiger Schritt.“ Auch als Schutz auch für die Mitarbeiter, „sie haben dadurch einfach ein besseres Gefühl.“

Schilder weisen in Gerolstein auf die Regeln hin und auch beim Kauf von Schuhen oder Strümpfen sind die Masken seit gestern obligatorisch und müssen sowohl von Kunden als auch Verkäufern getragen werden. Foto: TV/Mario Hübner

Auch die Geschäftsleute Gerolsteins blicken am ersten Tag der Maskenpflicht entspannt auf die ersten Erfahrungen. Nach Auskunft der Gewerbetreibenden gab es zur Premiere keine Probleme. Im Gegenteil. So sagte der Björn Thömmes vom Edeka-Markt in der Sarresdorfer Straße: „Es klappt hervorragend, die Kunden halten sich zu 100 Prozent daran. Ich dachte zuerst, wir müssten einige darauf hinweisen, aber das war bei niemandem der Fall.“

Für seine Beschäftigten habe er schon vor Wochen vorgesorgt und genügend Masken besorgt, sagt Thömmes. Einige kämen trotzdem mit selbstgenähten Modellen zur Arbeit. Alles im allem sei für ihn der Anblick aber dennoch gewöhnungsbedürftig: „Man sieht ja bei niemanden mehr ein Lächeln.“

Genau das stört auch Verkäuferin Irene Thome vom Modegeschäft Blaumeiser in der Innenstadt. Sie sagt: „Meine Kunden sind bei mir stets ein Lächeln gewöhnt und jetzt sieht man das bei niemandem mehr. Ich hoffe, dass bald wieder Normalität und somit auch ein Stück mehr Vertrauen einkehrt.“

Ihre Chefin Gerlinde Blaumeiser, die in Gerolsteins Innenstadt sechs Geschäfte betreibt, will sich das Lächeln nicht vermiesen lassen. Dennoch sagt sie bitterernst: „Nach der Wiederöffnung vergangene Woche war es schon nicht einfach. Jetzt, mit der Maskenpflicht, wird es verdammt hart, denn die Leute wollen keine Kleidung mit Maske im Gesicht kaufen. Da bleiben viele lieber zu Hause.“

In der Tat ist an diesem sonnigen Montag Nachmittag relativ wenig in Gerolsteins Hauptstraße los - wohl auch, weil keine Touristen wie sonst üblich unterwegs sind. Jetzt „Jetzt merkt man richtig, wie wichtig der Tourismus für uns ist. Nicht nur der Einzelhandel leidet darunter, dass die Gäste ausbleiben, sondern eben auch der Bäcker, der Metzger, der Landwirt spürt, dass er viel weniger Ware absetzt, wenn Hotellerie und Gastronomie zu sind. sind“, sagt Gewerbevereinsvorsitzender Hans-Hermann Grewe.

Geöffnet ist hingegen die Eisdiele in Steins Gerolsteins Hauptstraße, die zwar keinen Ansturm zu bewältigen hat, aber dennoch regelmäßig Kundschaft. Allesamt maskiert. Und da kommt dann auch schon einmal vor, dass vor lauter Vorfreude auf das Eis vergessen wurde, rechtzeitig die Maske abzuziehen. Aber auch das ist wohl einfach eine Gewöhnungssache.