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In Neroth hält die Jugendfeuerwehr den uralten Brauch des Radschiebens lebendig, das ganze Dorf feiert mit.

Brauchtum : Das Feuerrad erreicht das Tal, das Jahr ist gerettet

In Neroth – wie auch in anderen Eifeler Dörfern – hält die Jugendfeuerwehr den uralten Brauch des Radschiebens lebendig, das ganze Dorf feiert mit.

Ganz ohne Sicherheitsmaßnahmen ginge es bei der Wintervertreibung heutzutage nicht mehr erzählt Markus Dargel, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neroth. „Früher wurde ein mit Stroh umflochtenes Wagenrad oberhalb des Dorfes angezündet, dann ließ man es einfach ins Tal rollen.“ Heute könne so ein unkontrolliertes „Radschieben“ schwer nach hinten losgehen. „Dafür ist der Ort inzwischen zu dicht bebaut.“ Seit Jahrzehnten wird eine eigens hergestellte Walze mit Stroh befüllt und brennend in das Tal herab geführt – auch das ein beeindruckendes Schauspiel,  bei dem obendrein niemand um Haus und Hof bangen muss.

Vor rund 30 Jahren habe die Nerother Jugendfeuerwehr den Brauch wieder aufleben lassen, sagt der Wehrführer. „Für das Radschieben waren zuvor die Junggesellen zuständig, doch leider ist die Tradition  immer mehr eingeschlafen.“

Dagegen geht es am Samstagabend im Feuerwehrhaus der Gemeinde hoch her: In der Wagenhalle stehen lange Tische und Bänke für die Besucher bereit, die nach dem Radschieben mit der Feuerwehr noch bis spät in die Nacht feiern werden. „Wir erwarten rund 100 Gäste“, sagt Dargel. In einem Nebenraum rüsten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und ihre erwachsenen Kollegen für das Spektakel. Acht von ihnen werden die zentnerschwere Feuerwalze auf dem Weg hinunter in das Tal im Schach halten, indem sie das Rad mittels einer Art Deichsel lenken.

Die Jugendabteilung, die  zurzeit aus sieben Mädchen und Jungs besteht, marschiert zuvor unter lautem Getröte den Berg hinauf, um sich ihnen vor dem Spektakel anzuschließen. Sobald es dunkel ist, wird das Rad entzündet. Nun gilt es das Feuer auf der rund 500 Meter langen und kurvenreichen Strecke bergab in Gang zu halten, denn nur wenn es noch brennend im Ziel ankommt, wird es laut dem uralten Brauchtum ein frohes und ertragreiches Jahr für das Dorf geben.

 Vom Anzünden der Feuerwalze  bis zum Ziel im Tal muss das Rad brennen, sonst droht dem Dorf ein schlechtes Jahr. Die Nerother Feuerwehr hat jegliches Unglück für 2020 abgewendet: Das traditionelle Radschieben war von Erfolg gekrönt.
Vom Anzünden der Feuerwalze bis zum Ziel im Tal muss das Rad brennen, sonst droht dem Dorf ein schlechtes Jahr. Die Nerother Feuerwehr hat jegliches Unglück für 2020 abgewendet: Das traditionelle Radschieben war von Erfolg gekrönt. Foto: Vladi Nowakowski
 Vom Anzünden der Feuerwalze bis zum Ziel im Tal muss das Rad brennen, sonst droht dem Dorf ein schlechtes Jahr. Die Nerother Feuerwehr hat jegliches Unglück für 2020 abgewendet: Das traditionelle Radschieben war von Erfolg gekrönt, Raketen wurden gezündet.
Vom Anzünden der Feuerwalze bis zum Ziel im Tal muss das Rad brennen, sonst droht dem Dorf ein schlechtes Jahr. Die Nerother Feuerwehr hat jegliches Unglück für 2020 abgewendet: Das traditionelle Radschieben war von Erfolg gekrönt, Raketen wurden gezündet. Foto: Vladi Nowakowski

Nach einigen brenzligen Situationen, die den vielen Kurven geschuldet sind, gelingt es: Das Rad brennt noch lichterloh, als es die Ziellinie erreicht – die vielen Zuschauer apllaudieren. Es wird noch lange gefeiert.