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Molkereigenossenschaft baut Standort in der Eifel weiter aus

Landwirtschaft : Arla investiert Millionen in Pronsfeld

Leicht steigende Milchauszahlungspreise und Millionen Investitionen in Pronsfeld. Die Molkereigenossenschaft Arla ist mit 2019 zufrieden und sieht sich auf dem richtigen Weg.

Die Molkereigenossenschaft Arla Foods ist mit dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr zufrieden: „2019 hat die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods ihren erwarteten Umsatz im globalen Markengeschäft übertroffen und gleichzeitig die Transformation des Unternehmens erfolgreich vorangetrieben“, teilt das Unternehmen mit Hauptsitz im dänischen Viby mit.

 Der Konzernumsatz stieg auf 10,5 Milliarden Euro (2018: 10,4 Mrd. Euro). Dieser Anstieg sei hauptsächlich auf das globale Markenportfolio zurückzuführen, das im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 5,1 Prozent erzielte. Der Nettogewinn lag mit 311 Millionen Euro (2018: 290 Mio. Euro) bei drei Prozent des Umsatzes und damit innerhalb des festgelegten Zielbereichs (2,8 -3,2 Prozent des Umsatzes) der Genossenschaft.

Arlas Milchleistungspreis (zuvor als Milchabnahmepreis bezeichnet) betrug im Jahresdurchschnitt 36,6 Eurocent je Kilogramm Milch (2018: 36,4 Eurocent/kg Milch). „Im Laufe des Jahres 2019 haben wir die positive Dynamik in unserem Geschäft ausgebaut. Arla befindet sich nun in einer stärkeren Position als noch vor einem Jahr. Wir haben unsere Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, unsere finanziellen Ziele übertroffen und gleichzeitig unsere Transformation mit dem Programm Calcium fortgesetzt“, so Peder Tuborgh, CEO von Arla Foods. Mit diesem Programm konnte Arla konzernweit  110 Millionen Euro Kosten einsparen.

Gleichzeitig investiert die Molkereigruppe kräftig. Arla plant Rekordinvestitionen in Höhe von 619 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt ist dabei das Pronsfelder Arla-Werk (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Für die Phase von 2019 bis 2021 sind in der Eifel Investitionen in Höhe von 190 Millionen Euro eingeplant, für den Bau eines weiteren Turms zur Milchpulverherstellung.

Pressesprecher Markus Teubner erklärt dem TV: „Der Turm ist für das internationale Geschäft der Arla Group von großer strategischer Bedeutung, da mit dem produzierten Milchpulver stark wachsende Exportmärkte mit hochwertigen Markenprodukten bedient werden können. Dies führt zu einer guten Wertschöpfung für die Milch unserer Genossenschaftsmitglieder aus der Region.“

Im laufenden Jahr 2020 werden so in Pronsfeld 68 Millionen Euro investiert, 55 Millionen Euro stehen dabei für den Turm bereit. Die Großinvestition stärkt das Werk Pronsfeld. Teubner: „Bisher gibt es am Standort einen 39 Meter hohen Turm mit einer Kapazität von 342 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr.“

Der zweite Turm wird diese Maße bei weitem übertreffen. Er hat eine Kapazität von 685 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr und wird 51 Meter hoch sein. Mitte 2021 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Das Arla-Werk in Pronsfeld ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Dort sind derzeit 1000 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 38 Azubis. Doch die Fachkräftesicherung bereitet auch dem Vorzeigeunternehmen Sorgen. Es werde immer schwieriger, Auszubildende zu finden. „Es gibt derzeit bei uns noch freie Ausbildungsplätze“, erklärt Teubner. Das Milchwerk bildet in 13 Berufen aus, vom Milchtechnologen über Kaufleute für Spedition- und Logistikdienstleistung bis hin zu Mechatronikern und Berufskraftfahrern.

Arla Foods ist eine europäische Molkereigenossenschaft und gehört den rund 9900 Arla Landwirten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, Schweden und den Niederlanden. Das Unternehmen beschäftigt rund 19 000 Mitarbeiter.