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"Shu" darf weiter tanzen

"Shu" darf weiter tanzen

Jamal Shuler war zweifellos eine der positiven Überraschungen der vergangenen Saison. Nicht nur bei den Trierer Basketballern, sondern in der gesamten Bundesliga. So verwundert es nicht, dass die TBB die vertraglich vereinbarte Option zieht und den "Rookie" für eine weitere Saison an sich bindet.

Trier. (wir) Der 23-Jährige Guard aus Jacksonville im US-Bundesstaat North Carolina nahm die für viele frisch vom College nach Europa wechselnde Spieler oft unüberwindliche Hürde problemlos. Die unterschiedlichen Basketball-Philosophien, der Unterschied der Kulturen, die Entfernung zur Heimat - für "Shu" scheinbar alles kein Problem. Dem 191 Zentimeter großen Strahlemann vergeht das Lachen nur, wenn er ausgewechselt wird. "Er muss noch lernen, das zu akzeptieren", sagt TBB-Cheftrainer Yves Defraigne, "es gibt ja keinen Grund, sauer zu sein, wenn er eine Ruhepause bekommt." Von den Qualitäten des Youngsters und dem noch in ihm schlummernden Potenzial ist der Belgier aber ebenso überzeugt wie die Fans, die den wohl athletischsten Spieler der Trierer längst ins Herz geschlossen haben. "Jamal spielt immer mit vollem Einsatz, ist ein exzellenter Verteidiger, ein guter Rebounder und sehr lernwillig", urteilt Defraigne weiter über ihn. Dass er sich von der eigenen und der ihm vom Publikum vermittelten Begeisterung manchmal anstecken lässt und Dinge versucht, die unmöglich sind, schreibt Defraigne "seiner Jugend und Unerfahrenheit" zu, fordert aber auch hier Besserung. "Die Fans hier sind einfach unglaublich", sagt er. Und es kommt nicht von ungefähr, dass er der erste ist, wenn die TBB-Anhänger das Team nach Siegen zum Tanz bitten. "Er kam als Bankdrücker und ging als Starter." So könnte man Shulers Entwicklung in seiner ersten Saison bezeichnen, womit er selbst "niemals gerechnet" hatte. Jetzt liegt es an ihm, die Leistungen der vergangenen Spielzeit (Manager Lothar Hermeling: "Er war einer der besten Rookies der gesamten Liga") zu bestätigen und sich weiter zu steigern.

Mit neun Punkten, mehr als vier Rebounds und 1,5 Ballgewinnen pro Spiel hat er schon eine Visitenkarte abgegeben, die sich sehen lassen kann. Defraigne zieht auch schon mal eine Zwischenbilanz der Trierer Personalpolitik: "Auch die Spitzenvereine der Liga haben Probleme, ihre Topspieler zu halten. Dass uns das gelingt, zeigt, dass bei uns alles passt."

Extra

Aus für Nördlingen: Auch die Fristverlängerung hat die Giants Nördlingen nicht retten können. Nach nur einer Saison in der Bundesliga ziehen sich die Süddeutschen zurück, die am Wochenende die Absage eines möglichen Hauptsponsors zu diesem Schritt zwang. "Nicht ausreichende Fernsehpräsenz" nennen die Giants auf ihrer Internetseite als den vom Gesprächspartner angegebenen Hauptgrund für die Absage. Von der BBL war gestern noch keine Stellungnahme zu erhalten, ob der Rückzug ein erneutes Wildcardverfahren oder den Klassenerhalt des Vorletzten Gießen 46ers zur Folge hat. (wir)