Ritt auf der Klinge

Angespannt, aber nicht ängstlich: So hat Fußball-Regionalligist Eintracht Trier gestern die Fahrt zum heutigen Auswärtsspiel beim SC Verl (17 Uhr, Stadion an der Poststraße) angetreten.

Trier/Verl. (bl) Die Lage für Eintracht Trier ist prekär. Für Trainer Reinhold Breu gibt es aber keinen Anlass zum Schwarzsehen: "Es wird eine ganz enge Geschichte. Aber die Saison ist schon seit Anfang Oktober schlecht. Der DFB-Pokal hat etwas Farbe drübergeschüttet, mehr nicht. Jeder weiß um die Situation, jeder schätzt sie richtig ein." 100 Prozent Abstiegskampf — dieser Situation müssen sich Team und Umfeld stellen. Ein Nervenspiel.

Der SC Verl, heutiger Gegner im Nachholspiel, steht in der Tabelle nur einen Punkt besser da als Trier. "Es wird ein Spiel auf Messers Schneide", sagt Breu.

Wieder zurückgreifen kann er auf Kapitän Josef Cinar (nach abgesessener Gelb-Sperre). Der 26-Jährige trug zwischen 2004 und 2008 das Trikot des SC Verl. Die Ostwestfalen sind defensivstark. Im Team stehen große Spieler, die körperlich robust sind und bei Freistößen Gefahr ausstrahlen können. Im Spätherbst 2009 geriet der Club in den Strudel des Wettskandals — die Partien aus der Saison 2008/2009 gegen Borussia Mönchengladbach II (4:3) und den 1. FC Köln II (0:1) rückten in das Blickfeld der Staatsanwaltschaft.

Zum 30. November 2009 löste der SC Verl den Vertrag mit seinem Ex-Kapitän Patrick Neumann auf. Er hatte nach Angaben seines Anwalts zugegeben, 500 Euro zur Manipulation der beiden Partien angenommen zu haben. Vor wenigen Wochen wurde auch dem bis dato suspendierten Tim Hagedorn fristlos gekündigt — weil sich Verdachtsmomente auf eine Manipulationsbeteiligung erhärtet hätten.

Mögliche Aufstellung Trier: Schneider - Dingels, Cinar, Kühne, Rakic - Bettmer, Bachl-Staudinger, Fernandes, Kempny, Wagner - Risser

Kühne und Kempny verlängern: Abwehrspieler Johannes Kühne und Mittelfeldspieler Thomas Kempny (beide 21) haben ihre im Sommer auslaufenden Verträge bei der Eintracht um jeweils ein Jahr bis 30. Juni 2011 verlängert.