Mit Vollgas an die Spitze

Vor einigen Jahren noch belächelt und stets im Abstiegskampf involviert, hat die SG Mürlenbach nach dem guten sechsten Platz im Vorjahr in dieser Spielzeit einen weiteren Sprung nach oben gemacht. Doch in Mürlenbach tritt man (noch) auf die Euphoriebremse.

Mürlenbach/Birresborn/Densborn. Trainer Jürgen Brück, seit Dezember 2009 auf der sportlichen Kommandobrücke, sieht die Gründe für den unerwarteten Aufschwung so: "Die Mannschaft ist nun schon seit zwei, drei Jahren zusammen, hat sich in jedem Jahr punktuell verstärkt und spielt harmonischer miteinander. In der Defensive stehen wir wesentlich besser da, weil die ganze Mannschaft auch nach hinten arbeitet. Das geht nur über einen erhöhten Laufaufwand. Doch weil die Spieler körperlich fit sind, können wir diesen Aufwand im läuferischen Bereich auch stemmen. Wir finden derzeit eine gute Balance zwischen Abwehr und offensivem Spiel."
Auf die Frage, ob seine Mannschaft jetzt der große Titelfavorit ist, hat Brück nur ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen. "Wir waren im letzten Jahr auch immerhin schon Sechster geworden. Natürlich ist der Saisonstart so nicht erwartet worden. Doch wir sehen uns nicht als Titelkandidaten. Das werden Gerolstein, Schönecken oder auch Watzerath sein. Aber wir wollen diese Position so lange wie möglich auskosten." Auch die Neuzugänge seien gut eingeschlagen. "Mit Alex Esders, der aus Wallenborn kam, Defensivspieler Roland Brauns, der aus Büscheich kam, und A-Jugendspieler Lukas Wuttgen haben wir gute Leute dazubekommen, die genau in unser Mannschaftsgefüge passen", betont der Trainer .
Das Mürlenbacher Spiel lebt von seiner Geschlossenheit. Doch mit Kapitän Rene Berens und Abwehrchef und Libero Jonas Hermans besitzt der Tabellenzweite gestandene Routiniers, die das Spiel lenken. Hermans Rückkehr war für Jürgen Brück indes Gold wert. "Jonas Hermans ist wie ein Neuzugang zu sehen, denn er war in der letzten Saison fast durchweg verletzt und fehlte der Mannschaft an allen Ecken und Enden." Doch insgesamt tritt Brück auf die Euphoriebremse, will von einer Mitfavoritenstellung seines Teams nichts wissen: "Unser Ziel bleibt Platz vier im oberen Drittel."
Auch das Umfeld sieht die jüngste Entwicklung in der SG realistisch. "Man erwartet in den drei Fußballorten keine Wunderdinge und auch keinen Aufstieg. Die Leute wollen Spaß auf dem Platz haben und schönen Fußball sehen". Attraktiven und schnörkellosen Fußball sahen die Anhänger zuletzt gegen Watzearth, als der Mitfavorit mit 3:1 bezwungen wurde. Auch die sportliche Infrastruktur ist hervorragend. "Der Rasenplatz von Birresborn wird ja schon als ‚der Teppich von Birresborn\' bezeichnet. Es ist eine hervorragende Anlage. Hier spielen wir die Vorrunde, und die Rückrunde wird dann auf dem Hartplatz in Densborn ausgetragen", so Brück abschließend.