Sentimentale Momente beim Trierer Stadtlauf

Kolumne auf dem Laufenden : Sentimentale Momente

Auch laufende Journalisten können sentimental werden. Wirklich. Das ist kein Scherz. Manchmal genügt dazu die Suche im eigenen Bildarchiv, um einen Bericht passend zu illustrieren. Das Foto, das ich meine, kann ich mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte meiner Söhne und ihres Freundes zwar nicht zeigen, aber zumindest beschreiben: Drei verschwitzte Jungs zwischen acht und zehn Jahren liegen sich da in den Armen, mit hochroten Köpfen, die Daumen nach oben gereckt und den stolzen Blick in Richtung Kamera.

Um den Hals, an einem rot-gelben Band, baumelt jeweils eine Medaille. Die an die Shirts gepinnten Startnummern und die Porta Nigra im Hintergrund machen klar: Das war der Trierer Stadtlauf im Jahr 2009.

Fast zehn Jahre später steht die Porta noch immer. Und auch den Stadtlauf gibt es noch, am 30. Juni in seiner 36. Auflage. Meine Hoffnung, zumindest zwei der drei Jungen in einer ähnlichen Pose noch einmal erleben zu können, wird sich aber vermutlich nicht mehr erfüllen. Zumindest in diesem Bereich hat die Vorbildfunktion als Vater leider versagt.

Beim Rückblick auf 2009 gibt es noch mehr Erinnerungen: So war der Stadtlauf damals die Premiere für den Abschluss der ersten Trainingsaktion „Der TV bewegt!“. Wochenlang hatten Menschen aus der ganzen Region sich zu gemeinsamen Trainingseinheiten getroffen, an vielen Tagen zusätzlich in Eigenregie nach Anweisungen von Trainingsplänen geschwitzt und an ihrer Kondition und Tempohärte gefeilt, Spaß gehabt und Freundschaften geschlossen. Höhepunkt und Belohnung: Das gemeinsame Erlebnis beim Stadtlauf. Alle haben die Ziellinie überquert. Viele mit einer persönlichen Bestleistung.

So wird es auch in diesem Jahr sein, denn ab heute beginnt das Training. Mein Bildarchiv wird also um einen weiteren Ordner bereichert. Vielleicht wird in zehn Jahren dann eines dieser Fotos Melancholie auslösen. Beim Blick auf eine der Aufnahmen von 2009 werde ich vermutlich auch dann schmunzeln. Es zeigt mich – damals unerfahren in Wettkämpfen – im Zielsprint auf dem nassen Pflaster der Simeonstraße. An den Füßen: Trailschuhe! Nun ja, zumindest in dieser Hinsicht habe ich dazugelernt: Mit einem solch groben Profil läuft es sich besser im Gelände ...

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