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Regionaler Handball
Schweich und der achte Mann

Die Zuschauer oben, die Spieler unten: Da die ausfahrbaren Tribünen in der Stefan-Andres-Halle gesperrt sind, muss der HSC Schweich bei seinen Heimspielen improvisieren.
Die Zuschauer oben, die Spieler unten: Da die ausfahrbaren Tribünen in der Stefan-Andres-Halle gesperrt sind, muss der HSC Schweich bei seinen Heimspielen improvisieren. FOTO: TV / Sebastian J. Schwarz
Schweich. Die Handballer des HSC hadern mit der Sperrung der Tribünen in der Stefan-Andres-Halle. Im nächsten Jahr werden die Herausforderungen für den Spielbetrieb derweil noch größer. Von Mirko Blahak
Mirko Blahak

Der Handball lebt von Emotionen. Auf dem Feld, aber auch im Publikum. Wenn Hallen zum Hexenkessel werden, kann das die Heimmannschaft pushen – und den Gegner einschüchtern.

Die Rheinlandliga-Herren des HSC Schweich bräuchten angesichts einer schwierigen personellen Situation in dieser Saison mehr denn je die Unterstützung von Zuschauern.

Doch die Lage in der Stefan-Andres-Halle schlägt den Machern beim HSC auf den Magen.  Grund: Die ausfahrbaren Tribünen dürfen seit Sommer nicht genutzt werden – wegen fehlender Verkehrssicherheit. Das hat die Kreisverwaltung angeordnet.

„Die Gründe für die Sperrung sind Seitengeländer, die der aktuellen Vorschrift nicht mehr entsprechen. Außerdem fehlt ein Unterlaufschutz als Absicherung zur Unterkonstruktion der Bühne hin“, teilte die Verwaltung auf TV-Anfrage mit.

„Das ist betrüblich für uns. Wir können nur den Zuschauerbereich auf der Galerie nutzen. Im Heimspiel am Wochenende gegen Bitburg haben wir auch einen erlaubten Bereich im Innenraum bestuhlt. Doch das wurde nicht angenommen, da man hinter den Auswechselbänken und dem Zeitnehmertisch wenig sieht. Wir haben dort an die 50 Stühle hingestellt, genutzt haben das Angebot gerade mal ein paar Zuschauer“, berichtet der HSC-Vorsitzende Carl-Stefan Schmitz, der auch die Bedingungen auf der Galerie als nicht optimal ansieht: „Wer dort sitzt, hat unter Umständen das Geländer direkt in Augenhöhe.“

Die eingeschränkten Möglichkeiten kosten den HSC nach Ansicht von Schmitz in dieser Saison Zuschauer. Wie viele, kann er indes nicht beziffern. Sicher sei jedoch, dass auch die Atmosphäre leide: „Es kann kein Druck von der Tribüne kommen. Uns fehlt der achte Mann.“

Für den HSC wird sich die Hallensituation derweil noch verschärfen - nämlich dann, wenn wohl ab nächstem Sommer die Stefan-Andres-Halle generalsaniert wird . „Bislang haben wir noch keine Ausweichhalle. Wir sträuben uns nicht gegen die Generalsanierung. Im Gegenteil: Selbstverständlich muss eine 40 Jahre alte Halle saniert werden. Gleichzeitig muss uns aber die Möglichkeit gegeben werden, weiter unseren Sport auszuüben“, sagt Schmitz, der auf notwendige Trainings- und Spielkapazitäten für derzeit vier Senioren- und elf Jugendmannschaften verweist.

Die anstehende Generalsanierung ist für den Kreis übrigens ein Hauptgrund, die rund 22 000 Euro teure Nachrüstung und Mängelbehebung der bestehenden Auszieh-Tribünen nicht in Angriff zu nehmen. Außerdem verweist die Verwaltung darauf, dass die Halle auch jetzt „immer noch bis zu 400 Zuschauer (Stehplätze) aufnehmen kann“.