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Motorsport-Rennen in der Region Trier: Was stattfindet – und was nicht

Motorsport : Rennen in der Region Trier: Was stattfindet – und was nicht

Veranstalter regionaler  Renn-Events sagen wegen des Coronavirus reihenweise ihre Termine ab, bemühen sich aber noch um eine Verlegung ihrer Veranstaltungen in die zweite Jahreshälfte

Wenn die Wintermonate vorbei sind, der Frühling einzieht und damit auch auf den Rennstrecken ankommt, dann beginnt auch in der Region die von zig Tausenden Aktiven und Fans herbeigesehnte Saison im Motorsport wieder. Aber auch der Rennsport mit Verbrennungs-Triebwerken  ist keine Insel. Die vielen Veranstaltungen, die in Eifel und Hunsrück oder an der Mosel gerade im Frühjahr ein fester Bestandteil des jährlichen Kalenders sind, werden dem Druck und den Auswirkungen der Corona-Krise nicht in der gewohnten Form standhalten können. Eine Übersicht.

Auf dem Nürburgring hat die VLN-Organisation als Veranstalter der neuen Nürburgring Langstreckenserie (NLS)  bereits die beiden ersten geplanten Rennen am kommenden Samstag, 21. März und am Samstag, 18. April, abgesagt. Die Test- und Einstellfahrt fand am vergangenen Samstag noch statt, allerdings ohne Zuschauer. Auch eine Menge Teams und Piloten war wegen Corona nicht erschienen. So wie der Meister der Saison 2018, Philipp Leisen (Irrel), dachten wohl viele:  „Ich war am Samstag nicht am Ring. Das war mir zu heiß in der ganzen Situation.“

Alljährlicher Höhepunkt in der Eifel ist das 24-Stunden-Rennen mit einer sechsstelligen Zuschauerzahl rund um die Nordschleife. Die für das Himmelfahrtswochenende geplante 48. Auflage des Langstreckenklassikers wird nach jetzigem Planungsstand auf den 24. bis 27. September verschoben. Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Das am letzten Aprilwochenende angesetzte Qualifikationsrennen zum 24-Stunden-Rennen wird nach Veranstalterangaben dagegen nicht stattfinden.

Bereits abgesagt, zumindest für den geplanten Termin am Samstag, 11. April, ist die Zerfer Osterrallye. Die 31. Auflage des Höhepunkts der regionalen Rallyesaison soll aber, so sagte Andreas Annen, der Vorsitzende des ausrichtenden Motorsportclubs (MSC) Zerf, wenn möglich „auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr“ verlegt werden. Alle Beteiligten wollen sich zeitnah zu einer Krisensitzung treffen.

„Das Problem wird aber auch sein, dass viele Veranstalter genauso handeln wie wir und einen Ausweichtermin suchen. Da ballt sich dann später alles, wenn die gewünschten Nachholtermine und die für diesen Zeitpunkt schon vorher angesetzten Rallyes zeitgleich miteinander kollidieren“, sagte Annen.

Ähnlich geht man an der Mosel  für das Mitte Mai geplante Traben-Trarbacher Motorboot-Rennen an die völlig neue Problemlage heran: Heißt also: Das Rennen nicht im vorgesehenen Monat stattfinden lassen, aber für das gesamte Jahr noch nicht absagen. „Wir haben uns frühzeitig entscheiden, den Mai-Termin zu canceln, um allen Beteiligten Planungssicherheit auch hinsichtlich Reise und Hotelbuchung zu geben“, erklärt Wolfgang Malk von Seiten des Veranstalters, dem Verein Motorbootrennen Traben-Trarbach.

Man sei bestrebt, einen neuen Termin in der zweiten Jahreshälfte zu finden, sagt Malk.  Allerdings wisse derzeit niemand, ob sich die Ausgangslage bis dahin wieder normalisiert habe. „Es geht mittlerweile auch nicht mehr nur um die Terminierung und die Einhaltung von Sportveranstaltungen, sondern darum, wie unsere gesamte Gesellschaft mit dieser Herausforderung umgeht.“

Ein weiteres Highlight im regionalen Motorsport-Geschehen ist Jahr für Jahr auch das Wolsfelder Bergrennen in der Südeifel.  Seit mehr als 50 Jahren richtet der Eifelmotorsportclub (EMSC) Bitburg das Rennen zwischen Wolsfeld und Wolsfelderberg auf der 1,64 Kilometer langen Bergstrecke aus.  Termin in diesem Jahr wäre der 1. Juni. Gesprochen habe man natürlich in den entsprechenden Gremien des EMSC  darüber, sagt Präsident Christoph Schackmann.  Immerhin seien es bis zum 1. Juni noch zweieinhalb Monate. „Eine Entscheidung haben wir noch nicht gefällt, aber spätestens Anfang April müssen wir das getan haben.“

Für viele Vereine und Veranstalter ist ihr Event jährlich die mit Abstand größte, manchmal auch die einzige Einnahmequelle. Oft hängen auch ganze Regionen und der dazu gehörende  Tourismus wie im unteren Hochwald, in der Südeifel oder an der Mosel daran. Von daher möchten die wenigsten von einer endgültigen Absage sprechen, sondern stellen eher eine „mögliche Verschiebung“ in den Raum.

Wolsfelder Bergrennen 2019. Foto: Jürgen C. Braun/Picasa

Die Zukunft wird zeigen, wann wo welche Motoren wieder gestartet  werden können. Derzeit sind sie alle noch im Leerlauf.