1. Sport
  2. Sport aus der Region

Peter Schermann hilft Mountainbiker aus Namibia bei Olympia-Quali

Mountainbike : Wenn die Kette plötzlich reißt

Mountainbiker Peter Schermann hat in Andalusien Wettkampfpraxis für die Alpenüberquerung  gesammelt und musste mit technischen Problemen kämpfen.

Normalerweise hat das MTB-Mehrtagesrennen Andalucia Bike Race sechs Etappen. Für Peter Schermann waren es diesmal sogar sieben. Denn der 33-Jährige vom RV Schwalbe Trier hat vor dem fast eine Woche dauernden Mountainbike-Rennen noch ein Ein-Tages-Rennen in Spanien absolviert. Solch eine Vorbelastung tue ihm meist gut, sagt Schermann. Und wenn es so erfolgreich ist wie der als Volcat bezeichnete Wettbewerb in Jaén, ist es auch gut fürs Selbstvertrauen.

Als Zweiter der Tageswertung über 64 Kilometer und 1600 Höhenmetern beendete der in Wittlich aufgewachsene ehemalige Basketballspieler den Wettkampf. Es hätte sogar der Sieg werden können. „Ich habe bergab die Flucht nach vorn angetreten und war schon so zwei Kilometer allein gefahren“, berichtet er. Doch ein Reifenschaden machte den Triumph zunichte. Fast alle, die während der Reparatur an ihm vorbeifuhren, holte Schermann wieder ein, nur der Spanier Carlis Torrents hatte zu viel Vorsprung herausgefahren und siegte vor dem Trierer.

Beim Andalucia Bike Race, das Schermann als zweitgrößtes MTB-Etappenrennen nach dem Cape Epic bezeichnet, sind nur Duos zugelassen, die sich auf der Strecke unterstützen und gemeinsam ins Ziel kommen müssen. Schermann startete zusammen mit Dan Craven – quasi als Edelhelfer, denn der 38-Jährige aus Namibia möchte zum dritten Mal zu den Olympischen Spielen. Nachdem er 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro im Straßenrennen dabei war, will der vielfache namibische Meister in Tokio aufs Mountainbike umsteigen. Dafür muss er noch Punkte in der UCI-MTB-Serie sammeln. Diese kann auch Schermann gut gebrauchen, wenn er wieder an der MTB-Marathon-WM teilnehmen will.

Auf den ersten beiden Etappen, einem Zeitfahren über 27 Kilometer mit knapp 1000 Höhenmetern, belegte das Duo im Teilnehmerfeld unter anderem mit Olympiasieger Jaroslav Kulhavý aus Tschechien (er gewann 2012 in London) und dem dreimaligen Weltmeister Alban Lakata aus Österreich den 44. Platz. An den folgenden Tagen fuhr die namibisch-deutsche Kombination bis auf den 24. Platz vor. „Und dann ist Dan die Kette gerissen“, erzählt Schermann. Das große Pech: Der Antriebsstrang war gleich zweimal durch, so dass das eine Kettenschloss, welches Schermann als Ersatzteil dabei hatte, nicht reichte. Notdürftig reparierte er die Kette zusätzlich mit einer Niete.

Craven/Schermann belegten in der Endabrechnung den 33. Platz. Das war besser als erwartet. Für Schermann persönlich, weil er trotzdem nicht ständig am Limit fahren musste, obwohl er Craven beispielsweise mit Schieben half, wo es ging. Das Problem des einstigen Straßen-Spezialisten aus Südwestafrika sind nämlich noch die extrem steilen Anstiege der MTB-Strecken. Das Andalucia Bike Race war für Schermann eine gute Vorbereitung für seinen Jahreshöhepunkt, die Alpenüberquerung Transalp als Einzelstarter vom 4. bis 10. Juli. Eine Woche zuvor geht es zur MTB-Marathon-EM ins spanische Vielha. Ursprünglich hatte er mit der Deutschen Meisterschaft geplant. Aber diese ist wegen Corona auf den Herbst verschoben worden.