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Salmrohr: Der FSV-Käpt‘n und sein Leid mit den Knieproblemen

Fußball : Salmrohrs Käpt‘n und sein Leid mit den Knieproblemen

Fußball-Oberliga: Michael Dingels laboriert weiter an Knorpelbeschwerden und ist froh, dass der FSV eine Alternative für ihn verpflichtet hat – Wer sonst noch alles beim offiziellen Trainingsauftakt fehlt, und wie Trainer Lars Schäfer die Vorbereitung plant.

Das Vorbereitungsprogramm für die neue Saison in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar steht – und auch beim FSV Salmrohr ist die Hoffnung groß, dass die kommende Runde tatsächlich Mitte August (am Wochenende des 14./15.) beginnen kann. Das ist aktuell der Plan von Spielleiter Bernd Schneider. Der Funktionär aus Wissen an der Sieg ist nicht nur für die Oberliga zuständig, sondern hat in seiner Eigenschaft als Spielausschussvorsitzender des Fußballverbandes Rheinland (unter anderem) auch die Fortsetzung der coronabedingt im vergangenen Herbst unterbrochenen Rheinlandpokalserie im Blick.

Das Endspiel ist für den 24./25. Juli vorgesehen. Zuvor sind noch sechs Runden zu absolvieren (inklusive der noch nicht ausgetragenen Partien der zweiten Runde). Wann es genau mit dem diesmal von der DFB-Pokal-Qualifikation abgekoppelten Wettbewerb weitergeht (Regionalligist Rot-Weiß Koblenz hat hier das Ticket gezogen, TV berichtete), konnte Schneider bis zum Wochenende noch nicht sagen: Auch die aktuelle rheinland-pfälzische Corona-Bekämpfungsverordnung sieht noch keine Wiederaufnahme des Spielbetriebs vor.

Je nachdem, wie weit seine Mannschaft im mit insgesamt 30 000 Euro dotierten Rheinlandpokal kommt (allein der Sieger erhält 6000 Euro), müsste Salmrohrs Trainer Lars Schäfer seinen Vorbereitungsplan umstellen. Damit könnte der 38-Jährige aber gut leben: „Solche Spiele würden uns nach der monatelangen Pause noch mehr helfen, wieder in den Wettbewerbsmodus zu kommen.“

Nachdem sich seine Spieler in den vergangenen rund eineinhalb Monaten durch wöchentlich zwei Online-Fitnesseinheiten mit der neuen Athletiktrainerin Bianca Held und je einen Lauf über eine Stunde zumindest vom rein Körperlichen her auf Kurs gehalten haben, plant Schäfer einen behutsamen Übergang ins fußballspezifische Training. „Für Muskeln und Sehnen wird das Mannschaftstraining noch mal eine große Umstellung. Deshalb habe ich volle zwei Monate Vorbereitung einkalkuliert“, sagt Schäfer.

Erstmals will er sein Team am Dienstag, 15. Juni, wieder auf dem Platz versammeln. Der Start der Testserie ist grundsätzlich für Samstag, 26. Juni, mit dem Gastspiel beim klassentieferen Saarlandligisten Borussia Neunkirchen geplant. Weitere Duelle gibt es gegen den Oberligisten Hertha Wiesbach, die Rheinlandligisten FSV Trier-Tarforst und SV Mehring, die Bezirksligisten SV Zeltingen-Rachtig, SG Arzfeld, SG Nusbaum und SV Konz, die Luxemburger Clubs US Hostert (BGL-Ligue) und Berdenia Berburg (Ehrenpromotion) sowie Südwest-Landesligist VfR Grünstadt. Trainer der Pfälzer ist der einst für den TuS 05 Daun aktive Christian Rutz.

Erst rund zwei Wochen nach dem offiziellen Trainingsstart sollen die Luxemburg-Rückkehrer Daniel Bartsch (34, zuvor bei Victoria Rosport) und Julian Bidon (30, Etzella Ettelbrück) zum Kader stoßen. Beide waren bis Ende Mai mit ihren Clubs in der höchsten Spielklasse des Großherzogtums, der BGL-Ligue, unterwegs und sollen sich noch von den strapaziösen Wochen erholen. Von Anfang an wird neben dem im Winter von Ligakonkurrent Entracht Trier gewechselten Verteidiger Luca Meyer (19) auch der zuletzt für den Luxemburger Zweitligisten Union Mertert-Wasserbillig aktive Jan Umlauf (26) erwartet. Der beim 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg ausgebildete und später unter anderem auch für Oberligist Wiesbach spielende Defensivspezialist kann in der Innenverteidigung oder zentral vor der Abwehr agieren. Umlauf ist auch als Alternative für Michael Dingels angedacht. Dem 35-jährigen Kapitän ist diese Verpflichtung sehr recht: Unverändert hat der Südeifeler mit Knorpelproblemen zu kämpfen und wird genauso wie der ebenfalls weiter mit langwierigen Kniebeschwerden kämpfende Torwart Tim Kieren (20) zum Trainingsauftakt noch (lange) nicht fit sein. „Mit einem zusätzlichen Mann für die Abwehrzentrale habe ich nicht den Druck, spielen zu müssen, ohne hundertprozentig fit zu sein“, lässt Dingels durchblicken.

Fünf Akteure zwischen 19 und 22 Jahren haben den FSV verlassen. Ein Trio schließt sich Rheinlandligist SV Mehring an (Luca Schütz, Henrik Schömann und Oliver Mennicke). Leon Backes geht zurück zu Bezirksligist SV Lüxem, und Daniel Littau will es beim ambitionierten Luxemburger Traditionsclub Avenir Beggen, der derzeit in der dritthöchsten Liga spielt, wissen.

Schäfer glaubt, dass diese jungen Spieler sich woanders besser entwickeln können, indem sie dort mehr Einsatzzeiten erhalten. Gerne hätten sie beim FSV indes Littau gehalten. Den Außenbahnspieler zog es aber nicht zuletzt aus beruflichen Gründen ins Nachbarland.

Mit der Transferbilanz kann Schäfer soweit (gut) leben. Was ihm aber zur noch größeren Zufriedenheit fehlt, ist ein Stürmer. Ein klassischer Mann für den Strafraum mit Kopfballstärke und Abschlusssicherheit soll noch her. „Gespräche gab und gibt es einige – auch mit namhaften Kandidaten aus der Region und Luxemburgs erster Liga“, verrät der Salmrohrer Trainer. Von einer Vollzugsmeldung ist man aber offenbar noch ein gutes Stück weit entfernt.

So oder so soll der punktuell mit reichlich Erfahrung verstärkte Kader die Qualität besitzen, den Klassenverbleib zu schaffen. „Obwohl wir nur zwei von neun Spielen bis zum Saisonabbruch gewonnen haben, war weitaus mehr drin. Oft fehlten nur Kleinigkeiten“, erinnert sich Schäfer an die Ende Oktober abgebrochene und später annullierte Oberliga-Mini-Serie zurück.