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Rallye Köln-Ahrweiler: „Dä Pitter lässt et wieder fliejen“​

Rallye Köln-Ahrweiler : Saisonabschluss am Nürburgring: „Dä Pitter lässt et wieder fliejen“

Bei der ,R-K-A‘ wird in ungewohnter Umgebung der Deckel draufgemacht.

Ein bisschen war es wie eine vorgezogene Weihnachtsfeier der großen Rallyefamilie  im sommerlichen Spätherbst. Die Freunde aus Daun und Kelberg hatten auf der Ladefläche eines großen Lkw bei Fassbier und Würstchen vom Grill Platz genommen und feuerten die Quertreiber mit Leidenschaft an. Die Jungs von der Quadriga Treverorum, der Sportabteilung des Autoclubs Trier, standen im Auto und als Service zusammen.

Und an der Spitze war (fast) alles so wie in jedem Jahr: Der Gesamtsieger der Rallye Köln-Ahrweiler hieß zum 14. Mal Georg Berlandy, der dieses Mal in einem Skoda Fabia R5 unterwegs war.

Die Rallye war in diesem Jahr aufgrund der Folgen der Jahrhundertflut im vergangenen Jahr komplett an den Nürburgring ausgewichen.

Der Peugeot 205 GTI von Eric Freichels und Arno Bauschert stand auf den Wertungsprüfungen bereits zum 17. Mal am Start. Die beiden Quadriga-Piloten sahen sich vom Clubkameraden Thomas Ostermann, Absolvent des 1000-Kilometer-Rennens und anderer Herausforderungen in diesem Jahr, als Service bestens unterstützt. „Dafür sind wir Kollegen. Wenn Eric und Arno irgendwo liegenbleiben, sind wir da“, beschwor Ostermann, der als Quadriga-Mann dem Duo nach einem eigenen Ausfall am Ring mit einem Satz Reifen ausgeholfen hatte, die motorsportliche Freundschaft.

Peter Schlömer saß am Steuer eines blau-weißen Talbot Sunbeam. Als „Nuller“, also als eines von 30 historischen Vorausfahrzeugen, war der langjährige Vorsitzende des Motorsportclubs Daun mit seinem Oldtimer eine Augenweide und ein Ohrenschmaus bei spektakulären Drifts. Seine Fangemeinde an der Wertungsprüfung ,Südschleife‘ spendete Beifall: „Dä Pitter lässt et wieder fliejen!“

Die Rallye Köln-Ahrweiler hatte als Abschluss des Rallye-Jahres ein Alleinstellungsmerkmal. Eine Wertungsprüfung auf der Nordschleife gegen die Fahrtrichtung endete für manchen übermütigen Piloten im Kiesbett, wenn nicht sogar an der Leitplanke. Für Udo Schütt, in Monschau wohnhafter Eifeler Rallyepilot mit Wurzeln in Oberehe, endete der Auftritt dagegen besonders erfolgreich: Als Gewinner des Youngtimer-Gold-Cups kam er mit Co-Pilot Peter Schaaf im VW Golf 1 GTI als Gesamt-Zehnter ins Ziel.

Der Veranstalter, die Scuderia Augustusburg Brühl, zog ein zufriedenstellendes Fazit. „Nachdem wir aufgrund der Naturkatastrophe an der Ahr am Nürburgring Aufnahme gefunden hatten, ist uns eine tolle Rallye gelungen. Die Resonanz von Fahrern und Fans stimmt uns positiv für die Zukunft“, sagte Rallyeleiter Hans-Werner Hilger.