1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Barfuß, blutig und verschlafen

Barfuß, blutig und verschlafen

Viele Hundert Starter, beste Laufbedingungen, viele Bestzeiten und spannende Rennen, 1835 Läufer haben am Samstag in Langsur beim 23. Deulux-Lauf gefeiert. Linda Betzler aus Igel feierte ihren zweiten Sieg nach 2012 vor einer unbekannten 15-Jährigen.

Langsur. Deulux-Lauf, das bedeutet großes Herbst- und Saisonabschlussfest für die Läufer der Region. 1835, acht weniger als 2013, kamen vorgestern in Langsur ins Ziel. Mancher, wie der Luxemburger Ralph Reinesch, nahezu barfuß, nur mit einer unter die Füße gebundenen Sohle und flott: 38:45 Minuten. Andere bewältigen die je fünf Kilometer durch Deutschland und Luxemburg führende Strecke samt Nachwuchs im Kinderwagen.
Die Wettbewerbe im Einzelnen:
Das Rennen der Frauen
: Ausnahmsweise nicht Siegerin Linda Betzler, sondern die Zweitplatzierte brachte diesmal die herausragende Leistung. Denn so schnell, wie die Triererin Carolin Philipp, 37:14 Minuten, lief in diesem Jahr mit Abstand noch keine deutsche 15-Jährige (siehe unten). Es war Philipps erstes Zehn-Kilometer-Rennen und im Ziel und bei der Siegerehrung fragten sich die Etablierten, wer diese junge Läuferin ist, die bis auf 26 Sekunden an Betzler herankam und die luxemburgische 3000-Meter-Rekordlerin Martine Mellina (37:31) hinter sich ließ.
Betzler wäre aber wohl noch schneller gewesen, wäre sie im Gedränge besser weggekommen und den Start nicht verschlafen hätte. "Ich bin erst nach drei Kilometern zur Spitzengruppe aufgelaufen", erzählte die 22-Jährige aus Igel, die für die LG Rhein-Wied startet.
Das Rennen der Männer: Pol Mellina ahnte es: "Da ist ein Marokkaner. Der ist wohl zu schnell", sagte der luxemburgische Meister vor dem Start. Dass er dann wegen einer Wadenverhärtung an zweiter Stelle liegend das Rennen vorzeitig beenden musste, hatte der Bruder der drittschnellsten Frau nicht einplant. Gegen Jawad Souigra, der in 30:18 Minuten die bisher drittbeste Deulux-Lauf-Siegerzeit erzielte, konnten aber weder Mellina noch der Belgier Christoph Gallo, der sich im Endspurt in 32:13 Minuten gegen den deutschen Jugendvizemeister Moritz Beinlich (32:17) durchsetze, etwas ausrichten. Das Duell um den inoffiziellen Bezirkstitel gewann Alexander Bock (PST Trier/32:22) knapp vor Mirco Zenzen (LG Vulkaneifel/32:28).
Bitburger-Läufercup: Gallo verteidigte beim Serienfinale seine Führung klar. M40-Sieger Dietmar Bier (Trierer Stadtlauf e.V.) luchste dem verletzten Dominik von Wirth (TG Konz) mit 34:11 Minuten den fünften und damit letzten Preisgeldplatz ab. Nach dem Startverzicht von Ferahiwat Königs (Belgien) stand Betzler als Cup-Siegerin vorzeitig fest. Mit großem Einsatz sicherte sich Karin Schenk den vierten Cup-Platz. Deutschlands schnellste Managerin wurde beim Start umgestoßen, zog sich eine heftig blutende Wunde an der Schläfe zu, lief aber trotzdem 39:17 Minuten. "Das wäre was für Halloween gewesen", meinte Schenk trotz Schmerzen lachend. Nach der Siegerehrung ging\'s in ein Trierer Krankenhaus zum Nähen.