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Hermeskeil/Züsch: Aus Rivalen werden Partner

Fußball : Aus Rivalen werden Partner

Neue Fußball-Ehe im Hochwald: Der Hermeskeiler SV und der FC Züsch wollen eine Spielgemeinschaft gründen.

Viele heiße Lokalduelle lieferten sich der Hermeskeiler SV und der FC Züsch-Neuhütten-Damflos in den vergangenen Jahren in der Kreisliga B. Damit wird aller Voraussicht nach ab Sommer zumindest vorerst Schluss sein: Beide Vereine planen, eine Spielgemeinschaft einzugehen. Das bestätigen Armin Sersch, der zweite Vorsitzende des HSV, und der sportliche Leiter der Züscher, Mario Grünewald, auf TV-Anfrage.

Beim Hermeskeiler Hallenfußballturnier zwischen den Jahren habe es erste lockere Gespräche gegeben. Diese seien im Laufe des Januars konkretisiert worden. „Derzeit sind wir dabei, einen Vertrag aufzusetzen, um alles zu fixieren“, berichtet Sersch, der selbst 18 Jahre lang in Züsch Fußball spielte, ehe er wieder in die Hochwaldstadt zurückkehrte. In beiden Vereinen wurden die Spieler befragt – und jeweils habe sich eine überwältigende Mehrheit für eine Kooperation ausgesprochen. Fest steht indes der Abgang von Goalgetter Mathias Biwer vom HSV zur SG Ruwertal – ein Wechsel, der aber offenbar nicht im Zusammenhang mit der SG-Gründung steht.

„Die verbissene Rivalität früherer Jahre ist längst vorbei. Die Jungs kennen sich untereinander und trinken auch was zusammen. Sie freuen sich, jetzt auch gemeinsam auf dem Platz zu stehen“, lässt Mario Grünewald durchblicken. Sowohl die Hermeskeiler (Kreisliga B und C), wie auch der FC Züsch-Neuhütten-Damflos (B- und D-Liga) verfügen zwar aktuell noch über jeweils zwei Seniorenmannschaften, das Personal wird aber knapper und knapper. So musste die auf dem letzten Platz rangierende HSV-Zweite im bisherigen Saisonverlauf bereits eine Partie absagen, weil nicht genügend Akteure zur Verfügung standen. In Züsch, das momentan noch mit der SG Gusenburg bei den zweiten Mannschaften kooperiert, wären es für die neue Runde noch 25 Spieler, die zur Verfügung stünden. „Das reicht nie und nimmer für zwei Mannschaften“, weiß FCZ-Sportchef Grünewald, der auch den immer geringer werdenden Nachschub aus der Jugend im Blick hat. 

 Unbedingt möchte man im restlichen Saisonverlauf den Klassenverbleib schaffen und den Nimbus der Unabsteigbarkeit wahren, will der  Verantwortliche des Tabellenelften nichts von einem lockeren Ausklingenlassen wissen.

Die Hermeskeiler stehen auch nur drei Plätze besser da. „Auf die Dauer ist es sicher mal schön, nicht immer gegen den Abstieg zu spielen“, sagen Grünewald und Sersch unisono. Zudem wolle man durch die Kräftebündelung erreichen, dass nicht noch weitere Spieler zu Nachbarclubs abwandern und eventuell der eine oder andere Akteur zum Beispiel aus Rascheid oder Reinsfeld zurückkehrt.

Geplant ist, in der neuen Saison ein Team in der B-Liga Mosel/Hochwald und möglichst eine Mannschaft in der C-Klasse ins Rennen zu schicken. Eventuell kommt noch eine dritte Garnitur dazu.  Die aktuellen Trainer des HSV und des FCZ – Björn Probst und Larson Arend – sollen die erste Mannschaft coachen, Hermeskeils Sascha Seimetz die Zweite.

Die neue Spielgemeinschaft solle nicht – wie inzwischen sonst mittlerweile so oft üblich – einen „Fantasienamen“ tragen, zumal der Zusatz „Hochwald“ ja schon durch die SG Zerf belegt ist. Jahr für Jahr soll also mal Hermeskeil und mal Züsch die Spielgemeinschaft namentlich anführen. Gespielt werden soll Heimspiel für Heimspiel abwechselnd mal beim einen und mal beim anderen SG-Partner.  

An der Identität der beiden Vereine rüttele man nicht, stellen Sersch und Grünewald klar: Im nächsten Jahr werden beide Clubs 100 Jahre alt – und das soll jeweils ordentlich gefeiert werden.