Prümtaler kam in den USA auf den Geschmack

Nordic Walking im Prümtal : In den USA kam er auf den Geschmack

Mit und ohne Stöcke gehen: Albert Thiex kennt die Unterschiede genau.

1995 ging es für den heute 68-jährigen Albert Thiex mit dem Walking los, fünf Jahre später stieg er ins Nordic-Walking ein. Was den Unterschied zwischen den beiden Varianten ausmacht, kann der Vorsitzende der Laufgemeinschaft Pronsfeld-Lünebach also aus eigener Erfahrung nach­haltig schildern.

Noch gut erinnert sich Thiex, weitgereister Mann in Sachen Leichtathletik, an seine Teilnahme am New-York-Marathon im Jahre 1994: „Im Central Park sah ich Menschen, die für mich ungewöhnliche Armbewegungen beim Gehen machten. Auf Nachfrage erklärte man mir, dass dies Walking sei.“ Ihm war schnell klar, „dass dies auch bei uns in Deutschland eine Möglichkeit ist, Ausdauersport zu betreiben – und zwar für solche, die aus verschiedenen Gründen nicht laufen können.“

Als erster Verein im Raum Trier bot die LG dann zum wöchentlichen Lauftreff auch Walking mit an. Schnell entwickelte sich hier ein „regelrechter Boom“, wie es Thiex formuliert. Es folgten einige Walkingkurse, die er als erster Trainer in der Eifel im eigenen Verein, aber auch in anderen Gegenden abhielt: Die aufrechte Körperhaltung, die weit nach hinten schwingenden Arme, leicht gebeugte Knie, die Körperspannung im Körper: All’ das und noch viel mehr musste gekonnt und geübt sein. Zehn bis zwölf Minuten pro Kilometer sind für Anfänger ratsam (Softwalking). „Die intensivere Variante ist das Powerwalking mit acht bis zehn Minuten pro Kilometer. Wichtig ist hierbei, dass  man nicht in die Flugphase kommt und immer ein Bein an der Erde behält“, erklärt Thiex.

Um die Jahrtausendwende kamen die Stöcke hinzu. Das Nordic Walking erlebte Hochkonjunktur. Die LG Pronsfeld-Lünebach eröffnete 2005 den ersten Nordic-Walking-Fitnesspark. Der Zuspruch war laut Thiex erneut groß: „Zu der Zeit kamen dann bis zu 50 Personen zu den wöchentlichen Treffs.“ Die Unterschiede und noch größeren Vorteile liegen für Thiex auf der Hand: „Noch mehr als beim Walking handelt es sich hier um ein Ganzkörpertraining wo bei richtiger Technik um die 500 verschiedene Muskeln   – vorwiegend am Oberkörper – zum Einsatz kommen.“ Im Gegensatz zum Walking werden die Arme in dem Moment, in dem die  Belastungsphase mit den Stöcken beginnt, weitgehend gestreckt  und durch einen langen Schritt weit in den Rücken hinein bewegt: „So können die dann auftretenden Kräfte besser auf den Oberkörper wirken.“

Bei der  Fußarbeit kommt ein langer, raumgreifender  Schritt dazu. „Der wiederum sorgt beim Nordic Walking für eine gute Durchblutung in den Beinen“, weiß Thiex um einen weiteren zusätzlichen Vorteil des Gehens mit den Stöcken.