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Schwarzer Freitag am Nürburgring

Motorsport : Schwarzer Freitag am Ring

Vernebelte Formel-1-Rückkehr auf den Nürburgring: Am Freitag ist der komplette Trainingstag ins Wasser gefallen. Das war nicht die einzige Enttäuschung vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr).

Schwarzer Freitag zur Rückkehr der Formel 1 in die Eifel. Wegen Regens und dichten Nebels fielen beide für den Freitag geplanten freien Trainings zum „Großen Preis der Eifel“ sprichwörtlich ins Wasser. Nichts war es dadurch auch mit dem von seinen und seines Vaters Fans sehnsüchtig  erhofften Formel-1-Debüt von Mick Schumacher auf dem Nürburgring. Der Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher wurde am ersten Tag des elften Laufs zur Formel-1-Weltmeisterschaft, ebenso wie alle anderen Piloten ein Opfer typischer Eifeler Witterungsverhältnisse Mitte Oktober. Jetzt bleibt den Piloten vor der Qualifikation am Samstag (15 Uhr/RTL und Sky) nur eine einzige Einheit zur Abstimmung ihrer Autos (Samstag, 12 Uhr). Das Rennen startet am Sonntag um 15.10 Uhr.

Die Trainingseinheit, in dem der 21-Jährige den Alfa C39 von Antonio Giovinazzi hätte fahren sollen, wurde zunächst zweimal um jeweils eine halbe Stunde gekürzt, dann um 12 Uhr komplett abgesagt. Regen und dichter Nebel hatten das eventuell nötige Aufsteigen des Rettungshubschraubers verhindert, der etwaige Verletzte in das nächste Krankenhaus hätte fliegen müssen.  Die Zeit von 90 Minuten für das vorgesehene erste freie Training tickte zwar ab 11 Uhr herunter, die Boxengasse aber öffnete sich bis um 12.30 Uhr nicht. Rennleiter Michael Masi stellte später klar: „Die Sicherheit aller Beteiligten, vor allem natürlich der Fahrer, hat absolute Priorität. Auf der Straße wäre der Weg zu weit, falls etwas passieren würde.“

Nach den Fia-Regeln darf auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers nur verzichtet werden, wenn das nächste, für einen solchen Fall vorbereitete Krankenhaus, innerhalb von 20 Minuten mit dem Rettungswagen erreichbar ist. Das aber ist bei keiner der dafür vorgesehenen und geeigneten Kliniken in Koblenz, Bonn oder Köln der Fall.

Schon am frühen Freitagmorgen hatte sich angedeutet, dass die berüchtigte „Wetterhexe“ am Nürburgring die Muskeln spielen lassen würde, um zu zeigen, wer in der Eifel das Sagen hat: Regen und immer dichter werdender Nebel ließen befürchten, dass sich das erste Training zumindest verzögern würde. Wenige Minuten vor dem für elf Uhr angesetzten Öffnen der Boxengasse kam dann auch die Nachricht von der Rennleitung: „Da der Rettungshubschrauber wegen des starken Nebels nicht aufsteigen kann, ist der Beginn der Trainings-Session zunächst abgesetzt.“ Für die vielen, schon zwei Tage vor dem Rennen angereisten Fans mit „Schumi“- und Ferrari-Fahnen war das erst einmal ein Nackenschlag. Hoffnungen, es würde innerhalb der nächsten 60 Minuten aufklaren, um noch ein verkürztes Rollout zu ermöglichen, erfüllten sich aber nicht.

Mick Schumacher erklärte später, dass er für den Rest des Wochenendes beim Team bleiben und nicht vorzeitig abreisen werde. Er wolle bei Alfa Romeo bleiben, um so viel Input wie möglich von diesem Wochenende mitzunehmen. Bisher sei noch nicht entschieden, wann und ob er eine weitere Chance im Auto bekommen werde. Falls überhaupt, könnte das frühestens beim nächsten Rennen in Portugal in zwei Wochen sein. Beim übernächsten Rennen in Imola wird es allerdings keine Freitags-Sessions geben, sodass sich der mit Spannung erwartete Einstieg des Sohns des fünffachen Weltmeisters in den Formel-1-Zirkus weiter verzögern könnte.

Mit einem ausverkauften Haus, also in dem Fall 20 000 Zuschauern, die von den Gesundheitsbehörden für das Wochenende zugelassen worden waren, wird es allerdings unter den besonderen Corona-Umständen nichts werden. Obwohl nach Bekanntwerden des erstmaligen Formel-1-Gastspiels auf dem Nürburgring nach sieben Jahren die ersten 5000 Karten innerhalb von nur zwei Stunden verkauft worden waren, stockte danach die Nachfrage der Fans.

„Es deutet sich an, dass wir 15 000 Karten verkaufen werden“, hatte die Pressestelle des Nürburgrings am Donnerstag geschätzt. Für Corona-Zeiten bedeutet das dennoch eine neue Bestmarke. Die lag bisher bei 10 000 Tickets beim 24-Stunden-Rennen. Nachdem das Wetter zwischendurch etwas aufgeklart hatte und alle von einer freien Trainingseinheit ab 15 Uhr ausgehen durften, drehten sich die Verhältnisse kurz vor Trainingsbeginn dann doch noch einmal und verhinderten auch das zweite freie Training. Für Samstag und Sonntag sind zumindest einigermaßen trockene Bedingungen mit mehr Sicht angesagt.