Traumatisierten Mädchen und Frauen helfen

Traumatisierten Mädchen und Frauen helfen

"Meine Hilfe zählt": Wittlicher Menschenrechtsorganisation ruft zum Spenden auf. Katrin Bornmüller war vor Ort im Irak.

Wittlich Ein Junge wälzt sich auf dem Boden hin und her, steht auf, dreht sich, lässt sich fallen, robbt, wälzt sich wieder. Der Zehnjährige hat demonstriert, wie es in einem Trainingslager des Islamischen Staats (IS) zugeht. Zu sehen ist diese Szene in einem Video auf der Facebook-Seite der Arbeitsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in Wittlich. Als "grauenhaft traurig" kommentiert die Sprecherin der Arbeitsgruppe, Katrin Bornmüller, die Aufnahme. In persönlichen Gesprächen mit mehreren Jungen im Alter von sechs bis elf Jahren hätten die Vertreter der Menschenrechtsorganisation erfahren, wie diese durch brutale Gewalt, zum Teil durch Schläge mit Drahtruten und Gehirnwäsche, so verändert würden, dass sie ihre Muttersprache nicht mehr sprechen könnten. "Aber sie können alle Waffen bedienen und den Koran auswendig", schildert Bornmüller.
Gemeinsam mit den IGFM-Mitarbeitern für Irak und Syrien, Khalil al-Rasho und Johanna Meth, war die Wittlicherin wieder in die vorderasiatische Republik geflogen, um sich selbst ein Bild von der Situation der Menschen zu machen, für die jeder gespendete Cent Hoffnung bedeutet. Es war die sechste Reise der Ehrenamtlichen dorthin.
Aus dem Irak schildert die 76-Jährige weiter, dass immer noch bis zu 4 000 Frauen und Kinder in Gefangenschaft des Islamischen Staats (IS) seien. Schätzungen zufolge lebten derzeit 450 000 ezidische Flüchtlinge in den offiziellen Flüchtlingslagern oder in Unterschlüpfen, in denen sich kaum jemand um sie kümmere. Etwa 125 000 christliche Flüchtlinge seien teils in Lagern oder bei ihren Glaubensbrüdern untergekommen. "Am schlimmsten ist die Situation der Mädchen, Frauen und Kinder, die vom IS auf übelste Weise missbraucht und gequält wurden", berichtet die Menschenrechtsaktivistin.
Laut der Lehre des IS gälten Mädchen ab acht Jahren als geschlechtsreif. Diejenigen, die vergewaltigt worden seien, viele mehrfach, hätten bleibende seelische und körperliche Schmerzen, sagt Bornmüller. Extrem religiös beeinflusst hätten sie sich von ihren ezidischen und christlichen Eltern und Geschwistern getrennt, viele von ihnen seien extrem selbstmordgefährdet.
"Die Flüchtlinge sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen", sagt die Menschenrechtlerin. Zehn Transporte mit ersehnten Hilfsgütern hat die IGFM-Wittlich bereits in den Irak gekarrt. Der nächste soll im November von der Säubrennerstadt aus starten. "Die Kosten jedes Transports liegen bei etwa 5 000 Euro", sagt Bornmüller. Die "November"-Hilfe aus Wittlich konzentriere sich auf die medizinische Versorgung und unterstütze mit hier gekauften hochwertigen Medikamenten ihr bekannte Ärzte im Irak.
10 000 Euro möchte die IGFM Wittlich sammeln, um traumatisierten Frauen und Kindern im Irak mit Hilfe des Transports und Projekten zu helfen. TV-Leserinnen und -Leser können das "Meine Hilfe zählt"-Projekt unter der Nummer 57045 unterstützen.Extra: SO SPENDE ICH


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