1. Die Woch

„Rettet-die-Frösche-Tag“: Amphibien in der Krise

„Rettet-die-Frösche-Tag“ : Amphibien in der Krise

Eingeschleppter Hautpilz, schwindender Lebensraum: Auch Laubfrosch und Feuersalamander sind vom Aussterben bedroht.

(red) Am Samstag, 24. April,   findet der internationale „Save The Frogs Day“ statt. Der zu Deutsch „Rettet-die-Frösche-Tag“ wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen und macht seitdem jährlich auf die weltweit zurückgehenden Amphibienpopulationen aufmerksam. In Deutschland sind vor allem Lurche vom Aussterben bedroht, wie etwa der europäische Laubfrosch oder der Feuersalamander. Warum das so ist und wie jeder bei der Arterhaltung mithelfen kann, verraten die Experten von WetterOnline in Kooperation mit dem Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf.

Naturbelassene Landschaften und Gewässer: der bedrohte
Lebensraum des Laubfrosches

Als Wetterfrosch und Froschkönig genoss der Laubfrosch in der Vergangenheit große Bekanntheit und war in der Natur häufig anzutreffen. Heute ist der bis zu fünf Zentimeter große Froschlurch zwar in unseren Köpfen immer noch das Bild eines Frosches schlechthin, aber in Deutschland ist er auf Wiesen und in Tümpeln nur noch selten zu sehen. Denn sein Lebensraum ist bedroht. Sandra Honigs, stellvertretende Direktorin und Kuratorin für den Landbereich im Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf, erklärt: „Die Lebensgrundlage des Laubfrosches verschwindet zunehmend in vielen Teilen Europas. Dies liegt vor allem an der Entwässerung von feuchten Wiesen, Trockenlegungen von Kleingewässern, Abholzungen von Sträuchern und Hecken sowie der steigenden Umweltverschmutzung.“ Um zu überleben, benötigt der Laubfrosch ausschließlich naturbelassene Landschaften wie Weidetümpel, Hecken, Büsche oder Bäume. Das wechselwarme Tier fühlt sich beim Sonnenbaden auch in Brombeersträuchern wohl. Zwischen den Dornen kann der Laubfrosch geschützt auf Futterinsekten lauern. Kleine Tümpel, Sümpfe und temporäre Gewässer dienen dem grasgrünen Frosch zudem als Laichgewässer.

Der Feuersalamander, der Chytridpilz und die weltweite Amphibienkrise

Seit einigen Jahrzehnten gefährdet eine tödliche Krankheit, hervorgerufen durch den Chytridpilz, sämtliche Lurcharten weltweit. In Deutschland ist vor allem der Feuersalamander durch eine Variante dieses Pilzes akut bedroht. Der Hautpilz wurde durch menschliche Verschleppung beinahe weltweit verbreitet, eine Heilung oder Impfung ist bisher nicht in Sicht. Während zahlreiche Forschungsteams auf der ganzen Welt an dieser Krankheit forschen, versuchen zoologische Institutionen und engagierte Privathalter, den Amphibien eine letzte Chance zu bieten, indem sie sie züchten, erforschen und in Menschenhand erhalten, bevor sie für immer verschwinden. Ziel ist dabei stets, die Tiere eines Tages wieder in eine möglichst intakte Natur ansiedeln zu können.

Gefahren für Amphibien: Klimawandel und Umweltverschmutzung

Viele der über 8000 bekannten Amphibienarten sind heute stark gefährdet. Von den noch existierenden Lurchen gelten etwa über 40 Prozent als vom Aussterben bedroht – Krankheiten, der zunehmende Lebensraumverlust und auch der Klimawandel sind die Hauptgründe für diese Entwicklung. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Der weltweite Klimawandel ist ein reales Problem. Das zeigt sich unter anderem an sich häufenden Extremwetterlagen und Naturkatastrophen. Inwieweit der Klimawandel Einfluss auf Extremwettereignisse hat, lässt sich mittlerweile mit Hilfe der sogenannten Attributionsforschung feststellen.“ Damit gute Lebensbedingungen und der Lebensraum für Amphibien nicht vollständig verschwinden, kann jeder helfen, Umweltverschmutzungen zu vermeiden, die Natur zu schützen und somit aktiv zur Artenerhaltung beizutragen.