1. Meinung

GLAUBE IM ALLTAG

GLAUBE IM ALLTAG

Die Kinder in ihrer festlichen Kleidung treffen sich vor dem Bürgerhaus. Der Musikverein stellt sich bereits auf, die Gäste von nah und fern strömen herbei.

Ein älterer Mann kommt zielstrebig auf mich zu. Er sagt: "Ich muss Ihnen ein Kompliment machen - Sie haben die Kinder so gut auf die Erstkommunion vorbereitet, das hat mir imponiert." Etwas verlegen - solche Aussagen hören wir nicht täglich - antworte ich ihm: "Sie haben aber auch ein tolles Enkelkind, da macht die Arbeit richtig Freude." Er wiederum: "Nein, nein, jetzt lenken Sie mal nicht ab - im Moment geht es um Sie!" Ich bedanke mich und kann mit einem guten Wort im Herzen die Erstkommunion feiern. Wenn man mit einer solchen Aussage eine Aufgabe anpackt, dann kann sie nur gelingen. Das beflügelt, das tut der Seele gut und hinterlässt Spuren. Warum erzähle ich Ihnen das? Nicht, weil ich so stolz auf mich bin, dass ich Ihnen davon berichten muss. Nein, es geht mir eher um eine solche positive Grundstimmung, die wir Menschen gut und gerne - meistens kostenlos - vermitteln können. Es gibt viele Anlässe, dem anderen ein gutes Wort mitzugeben; dafür braucht es nicht den Muttertag! Einfach mal der Reinigungsfrau, die seit 25 Jahren das Pfarrhaus säubert, ein gutes Wort sagen. Dem Synodenbüro in Trier für eine tolle Vorbereitung der zweiten Vollversammlung... Den Ministranten, die immer zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden… Das alles kostet nichts und bewirkt doch so viel. Versuchen Sie es mal! Übrigens: Nach der Feier kam der nette Mann nochmals auf mich zu und klopfte mir nur wortlos auf die Schulter. Wir verstanden uns. So wurde das Thema "Hände, die schenken, erzählen von Gott" zumindest bei mir in die Tat umgesetzt. "Gott hat keine Hände, nur unsere Hände. Wir sind Gottes aktuelle Botschaft, in Wort und Tat." Rüdiger Glaub-Engelskirchen Gemeindereferent, Hermeskeil