| 20:12 Uhr

Meinung
Die simple Welt des Donald Trump

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Es waren zwei Botschaften, die Donald Trump aussandte: Amerika ist auf dem richtigen Weg, und Amerika ist nicht nur stark, sondern auch bereit, sich seiner Stärke resolut zu bedienen. Das alles, gab der US-Präsident zu verstehen, habe einzig und allein mit dem Machtwechsel im Weißen Haus zu tun. Früher Obama, der Wirtschaftsbremser, der Zauderer. Heute Trump, der Wirtschaftskenner, der Entscheider. Von Frank Herrmann

Es ist die Sicht eines Egomanen, der es einfach nicht lassen kann, sich selber in den Mittelpunkt zu rücken. Die gute Wirtschaftslage? Die Börsen-Hausse? Eine niedrige Arbeitslosigkeit? Alles sein Verdienst! Es war jenes unerschütterliche Selbstlob, das sich wie ein roter Faden durch Trumps Premierenrede zur Lage der Nation zog.

Nur ein Beispiel: Seine Steuersenkung erklärt er zur größten der Landesgeschichte, was erstens nicht stimmt und zweitens ausblendet, dass geringere Staatseinnahmen die Schuldenberge weiter wachsen lassen. Im Wahlkampf hatte er noch düstere Abgründe beschworen. Inzwischen malt er die Realität in strahlendem Weiß. Schwarz oder weiß, sie ist nach wie vor ziemlich simpel, die rhetorische Welt des Donald Trump.

nachrichten.red@volksfreund.de