Leserbrief : Am Wissen von Fachleuten orientieren

Corona

Zu: „Impfpflicht für Pfleger: Trierer Gesundheitsamt schlägt Alarm“ (TV vom 12. Februar):

Jeder, der in Deutschland einen qualifizierten Beruf ausüben will, muss seine geistige Eignung dazu nachweisen, zum Beispiel durch die allseits bekannte Prüfung nach der Berufsausbildung. In vielen Berufen werden auch körperliche Voraussetzungen gefordert, ich denke dabei an meine Musterung vor der Einberufung zur Bundeswehr.

Auch denke ich dabei an meine Schülerzeit: Alle zwei Jahre musste das Lehrerkollegium zur Tuberkulose-Reihenuntersuchung, um Schüler vor einer Ansteckung durch das Lehrpersonal zu schützen. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Presse überquoll von Nachrichten über die Weigerung von Lehrer, sich röntgen zu lassen, obwohl die Röntgenstrahlen wohl schädlicher waren als eine Corona-Impfung. Ich kann somit die relativ hohe Impfverweigerungsquote beim medizinischen Personal nicht nachvollziehen.

Aber das medizinische Personal besteht auch aus ganz normalen Bürgern, die abends unter anderem die Talkshows sehen, in denen unqualifizierte Teilnehmer ihren Senf zu diesem Thema abgeben können und damit Menschen verunsichern. Talkshows sind eben nur Unterhaltungssendungen ohne Anspruch auf qualifizierte Aufklärung. Ich rate dringend davon ab, jedem zu glauben, der abends im Fernsehen seinen Kommentar zu Corona abgibt. Insbesondere hat das medizinische Personal doch unmittelbaren Zugriff auf qualifiziertes Fachwissen, daran sollte man sich orientieren.