Literatur

Zum Text "Die Welt des Matthias Matussek" (TV vom 3. September):

Als "wohltuend" empfand ich die Kritik im Trierischen Volksfreund zur Lesung mit Matthias Matussek, hebt sie sich doch in fein dosierter Schärfe ab von Hass und Häme des Vortragenden. Man fragte sich, ob die Veranstaltung im Rahmen des Eifel-Literaturfestivals wirklich in die Wittlicher Synagoge passte, diesem Mahnmal zu Toleranz und Überwindung unseliger überkommener Machtstrukturen, wenn unter anderem entgegen aller ökumenischen Bemühungen und jenseits allen Augenmaßes die christliche Bruderkirche als "Käßmann-Kirche" herabgesetzt oder die Schlichterrolle von Heiner Geißler in unsachlichen Kommentaren und selbstverständlich in dessen Abwesenheit der Lächerlichkeit preisgegeben wurde. War diese willig reagierende Zuhörerschaft tatsächlich dieselbe, die noch wenige Wochen zuvor in Wittlich mit Steh-Applaus eben diesem Heiner Geißler, dem großen alten Mann der Streitkultur, doch nicht nur für die literarische Aufarbeitung seines Lebens und Wirkens gedankt, sondern auch seiner Menschlichkeit und damit - nach abendländischem Kulturverständnis - auch seiner Christlichkeit Achtung gezollt hatte? Helke Salzburg, Wittlich