Stolz

Zum Artikel "Dutzende Zeugen: Nervenarzt droht Mammutprozess in Trier" (TV vom 19. November):

Wir sollten stolz sein: Da ist ein Mann in Trier, der den Mut hat, sich mit der Lobby derer anzulegen, die aus Profitgier Leben und Gesundheit ihrer Mitarbeiter aufs Spiel setzen.

Ein Arzt, der ordnungsgemäß den Behörden meldet, wenn ein Mensch durch seine Arbeit erkrankt ist oder zu Tode gekommen ist - auch wenn er weiß, dass diese Meldung demjenigen nicht passt, der das Geld und damit die Macht auf seiner Seite hat.

Wir lesen leichtgläubig über Anklagen, ohne Antworten darauf zu fordern, wer da mit welchem Bestreben anklagt, das sich letztendlich vielleicht sogar gegen uns selbst richtet. Ein Arzt ist in dieser Stadt, dem das Wohl seiner Patienten vor seine eigene Unantastbarkeit geht. Wir sollten stolz sein.

Gisela Siepmann-Wéber, Trier

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