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Politik und Medien: Ungeheuerliche Geschmacklosigkeit

Politik und Medien : Ungeheuerliche Geschmacklosigkeit

Zur Analyse „In den USA heizt sich die Stimmung weiter auf“ (TV vom 31. August) schreibt Raimund Scholzen:

Spätestens seit dem Amtsantritt von Donald Trump ertrage ich die Kommentare von Friedemann Diederichs im TV, und ich muss dabei aufpassen, dass mir nicht das Messer in der Tasche aufgeht.

Als überzeugter Trumpetenbläser hat er sich zu meinem Grausen schon über drei Jahre lang outen können. Jetzt aber hat er mit seinem Beitrag meines Erachtens die Grenze des Erträglichen überschritten, auch, wenn die von mir inkriminierten Passagen von seinem Mitautor Andrej Sokolow stammen sollten – gezeichnet haben beide!

Es ist doch mit den Händen zu greifen, dass (von mir aus) beide Autoren den 17-jährigen, „der Geschäfte vor Brandstiftung schützen wollte, kürzlich“ – sprich: dabei – „zwei Männer tötete und einen weiteren verletzte, nachdem er angegriffen worden war“, mit dem Teil der amerikanischen Bürger auch als den Helden sehen, „der die Arbeit der Polizei erledigt hat“. Und wenn es gegen einen wegen eines Sexualdelikts einen Haftbefehl gibt, dem er sich entziehen will, den darf man ruhig in den Rücken schießen – weiß Gott, wie viele Haftbefehle hätte es schon gegen den präsidialen blondierten Grapscher für seine freimütigen Sexualprahlereien geben müssen.

Aber das Fass der Unerträglichkeit machte das Duo Friedemann Diederichs/Andrej Sokolow dann voll mit der Formulierung, bevor die Umstände dieses Vorfalls aufgeklärt seien, „meldeten sich Scharfmacher zu Wort. Zu diesen gehört auch die frühere First Lady Michelle Obama“. Diese Geschmacklosigkeit finde ich ungeheuerlich. Auch wenn diese Formulierungen möglicherweise vom Mitautor Andrej Sokolow zu vertreten sind: Ich will künftig keine Zeile mehr von Friedemann Diederichs im Trierischen Volksfreund lesen.

Raimund Scholzen, Trier