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Politik: Gefährlich ... objektiv ... treffend ... wirr

Politik : Gefährlich ... objektiv ... treffend ... wirr

Zur Berichterstattung über die Demonstrationen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen des Staates (TV vom 31. August) schreiben Bernhard Nink, Heinrich Krisam und Wolfgang Jacob Schmitz:

Die Überschrift „Warum wird der Reichstag nicht geschützt?“ bedarf einer Richtigstellung: Wir haben hier in Deutschland glücklicherweise keinen „Reichstag“, sondern einen Bundestag und dementsprechend das Amt des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers.

Der nachlässige und damit gefährliche Umgang mit dem Begriff „Reichstag“ leistet den sogenannten Reichsbürgern Vorschub.

Die Ereignisse von Berlin werfen erneut die Frage auf, ob es seinerzeit nicht doch besser gewesen wäre, den Bundestag in Bonn zu lassen.

Bernhard Nink, Trier

Ich möchte mich für zwei objektive, nicht „mainstreammäßige“ Artikel im Volksfreund bedanken.

1. „Mehr Infizierte aber kaum mehr Todesfälle“ (dpa): Sehr sachlich, ohne Panikmache, wird hier die Situation in Deutschland beschrieben. Es sterben kaum noch Leute an Covid-19, positiv Getestete sind nun meist jünger, zeigen oft keine Krankheitssymptome; der Autor erwähnt die hohe Anzahl der falsch positiven Ergebnisse, die Behandlungsmethoden sind besser geworden, man muss keine Angst vor überfüllten Krankenhausbetten haben und so weiter. Hoffentlich haben viele diesen Artikel gelesen, damit wieder ein „normaler“ Umgang zwischen den Menschen möglich wird.

2. „Warum wird der Reichstag nicht geschützt?“ (dpa) Ein sehr treffender Artikel über die Demonstrationen am 29. August in Berlin. Ich war selbst dort und habe die friedliche Stimmung hautnah miterlebt. Der Abbruch der Demonstration kam nur dadurch zustande, dass die Polizei den Demo-Zug nicht starten ließ und alle Zugangsstraßen absperrte, daher war es unmöglich, den Mindestabstand zwischen den Teilnehmern herzustellen. Tausende Menschen warteten teilweise mehr als drei Stunden friedlich und geduldig auf den Start. Auch die Kundgebung vor der Siegessäule war durch Friedfertigkeit, Offenheit und Toleranz geprägt. Dass es nach der Kundgebung durch eine Minderheit zu Konflikten mit der Polizei kam, ist verwerflich, trübt aber den überaus positiven Gesamteindruck nicht.

Heinrich Krisam, Schweich-Issel

Zum Kommentar „Mehrheit der Bürger sollte endlich Gesicht zeigen“ (TV vom 31. August):

Nun, Herr Kolhoff, ich mache mir keine Angst um unsere Demokratie, denn wir haben schließlich ein Grundgesetz! Perspektivisch aber schon um Sie und rechne Sie deshalb zu den „Wirrköpfen“ Ihrer eigenen Spezies, den „Medien“. In Ihrem Leitartikel springen Sie von Vorurteilen zur Bürgerschelte bis hin zur Kritik an unabhängigen Gerichten, die das Demonstrationsrecht als hohes Gut bewerten und die Willkür-Anordnungen des Berliner Innensenators Andreas Geisel zu Recht gekippt haben. Aber vielleicht haben Sie lediglich Ihre vom Mainstream gesteuerte, persönliche Meinung wiedergegeben, und ich habe alles nur missverstanden?

Wolfgang Jacob Schmitz, Trier