1. Meinung

So stellen Sie sich richtig vor

So stellen Sie sich richtig vor

Sowohl im offiziellen Rahmen als auch in privaten Situationen gibt es bestimmte Regeln beim Vorstellen oder Bekanntmachen. Obwohl das heutige Bekanntmachen nicht mehr so strengen Regeln unterworfen ist wie früher, geht es doch darum, Höflichkeitsrangfolgen zu respektieren.

Es ist schließlich noch gar nicht so lange her, da war es schier undenkbar, dass Menschen miteinander sprachen, die nicht vorher durch eine dritte Person miteinander bekanntgemacht wurden. Sich selbst vorzustellen war schlichtweg unmöglich. Grundsätzlich gilt in allen Situationen, dass die jeweils ranghöhere Person das Recht hat, den Namen der rangniederen Person zuerst zu erfahren. So erfährt die Frau im Privatleben den Namen des Mannes und die wesentlich ältere Person den der wesentlich jüngeren Person zuerst. Im Berufsleben erfährt die in der betrieblichen Hierarchie ranghöhere Person den Namen der rangniederen Person zuerst. Gastgeber haben das Recht, den Namen ihrer Gäste zuerst zu erfahren.

Schön ist es, auch um den Einstieg in ein Gespräch zu erleichtern, neben dem Nennen des Vor- und Zunamens auch noch ein paar Worte zu der Person hinzuzufügen. Titel und Grade gehören beim Bekanntmachen und Vorstellen durch Dritte selbstverständlich dazu. Wirklich prominente Personen werden allerdings nicht vorgestellt. "Das ist der Bundespräsident" ist nicht nur gegenüber dem Bundespräsidenten, sondern auch gegenüber der Person, der man unterstellt, ihn nicht zu kennen, unhöflich.

In einer Vorstellungs- und Bekanntmachungssituation sollten die Beteiligten die Zeremonie still und aufmerksam abwarten und sich darum bemühen, den Namen gut zu verstehen. Erst wenn beide Namen genannt wurden, ist es richtig, den anderen mit dem Namen zu begrüßen. Wobei die ranghöhere Person der rangniederen Person die Hand reicht, und nicht umgekehrt.

Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert"