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Garten: Tag des offenen Gartens

Garten : Tag des offenen Gartens

Diesen Sonntag ist es wieder so weit: Am Tag des offenen Gartens gewähren überall im Land Gartenfreunde Einblick in ihre privaten Paradiese. Die Teilhabe an den Garten-Einsichten schließt auch den Erfahrungsschatz ihrer Besitzer mit ein.

Da erfährt man – alles, was das praktische Gärtnerleben einfacher macht: Von der Kompostwirtschaft – „Winde und Quecke, diese bösen Wurzelunkräuter, gebe ich nie auf den Kompost, sonst bekommt man sie sein Lebtag nicht mehr los“ – bis zur Erntelehre – „Sind die Buschbohnen abgeerntet, lasse ich die Wurzeln der Stickstoffsammler drin. Das düngt den Boden auf“.

Und auch gestalterisch kann einem der Gartenbesuch die Augen öffnen. Ich erinnere mich an eine Pflanzung an einem traditionellen Bauernhaus. Die Besitzer hatten sich nur auf Pastelltöne beschränkt. „Grelle Töne passen nicht zu altem Gemäuer“, lautete ihre Erklärung. Und ich fand, sie hatten recht. In einem anderen Kleinod stand eine Steinfigur vor dem Hintergrund einer dichten Hecke. So werde sie besser hervorgehoben, als wenn sie frei im Raum stünde, erklärten die Gartenherren ihren Standpunkt. Ich wollte es mir merken. Am eindrücklichsten aber ist mir die Geschichte mit den 20 Gießkannen im Gedächtnis geblieben. So wie die randvoll mit Wasser gefüllten Gefäße in poppig grün-rosa-gelbem Plastikdesign akribisch aneinandergereiht auf der Terrasse standen, dachte ich zunächst an eine Installation. Man sieht so was schon mal in modernen Galerien, wo sich Reinigungskräfte fragen „ist das Kunst oder kann das weg“. In diesem Fall sollte es vergossen werden, frei nach dem Motto „nur abgestandenes Wasser ist gutes Gießwasser“. Er gieße seine Blumen nie mit kaltem Wasser, erklärte mir der Gartenmensch. Seine Einsicht untermauerte er mit dem denkwürdigen Satz: „Ich mag auch nicht kalt duschen!“

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