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Sport-Infrastruktur
Neues Stadion: Eröffnung erst 2020

 Die Rohbauarbeiten für das neue Nationalstadion in Luxemburg sind weitgehend fertig. Die Konturen für den Neubau sind deutlich erkennbar. Als Nächstes stehen die Technikinstallation und Arbeiten an der Fassade an.
Die Rohbauarbeiten für das neue Nationalstadion in Luxemburg sind weitgehend fertig. Die Konturen für den Neubau sind deutlich erkennbar. Als Nächstes stehen die Technikinstallation und Arbeiten an der Fassade an. FOTO: TV / Mirko Blahak
Luxemburg. Die Arbeiten an der gut 60 Millionen Euro teuren National-Arena Luxemburgs verzögern sich.
Mirko Blahak

Als die luxemburgische Fußball-Nationalmannschaft am 7. September 2012 in der WM-Qualifikation das Starensemble von Portugal mächtig ins Schwitzen brachte (1:2), machte auf der Tribüne des in die Jahre gekommenen städtischen Stadions Josy Barthel der Politiker Dan Kersch eine bitter-süße Bemerkung in Richtung des Fußball-Verbandspräsidenten Paul Philipp: „Da unten läuft einer, der ist dreimal so viel wert wie das Stadion, das du seit 20 Jahren nicht bekommst.“ Gemeint war Portugals Topstar Cristiano Ronaldo. Und gemeint war die Endlos-Diskussion um eine neue Arena im Großherzogtum.

Die Zeiten haben sich geändert. Neulich haben sich Kersch, seit Dezember 2018 Sportminister in Luxemburg, und Philipp wieder getroffen – auf der Baustelle des neuen Nationalstadions zwischen Cloche d’Or und Kockelscheuer im Süden der Hauptstadt. „Rund 20 Jahre lang haben wir über ein neues Stadion gesprochen“, sagte Kersch beim Blick auf die entstehenden Tribünen der 9385 Zuschauer fassenden Arena.

Wie bei  anderen Großprojekten in der Welt gilt auch für das Vorhaben im Großherzogtum: Es wird teurer als geplant – und die Eröffnung verzögert sich. Aktuell sind nach Auskunft der hauptstädtischen Bürgermeisterin Lydie Polfer Baukosten von 60,36 Millionen Euro angesetzt – zuvor waren rund 58 Millionen Euro für das Projekt eingeplant. Von der Gesamtsumme übernimmt das Sportministerium 70 Prozent, wobei das Maximum der staatlichen Beteiligung auf 40 Millionen Euro gedeckelt worden ist.

 Nationalstadion Luxemburg eins
Nationalstadion Luxemburg eins FOTO: TV / Mirko Blahak

Den anderen Teil hat die Stadt Luxemburg beizusteuern. In ihr Budget fallen auch die knapp 800 000 Euro für den Bau eines direkt angrenzenden Parkplatzes, der auch für Konzerte oder andere Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden kann. Kritik an den hohen Stadion-Kosten gibt es auch im Großherzogtum. Kersch argumentiert dagegen: „Alle Euro, die wir in den Sport investieren, bekommen wir mehrfach zurück.“

Aus Sicht von Polfer ist in den zwei Jahren seit dem Baubeginn im Mai 2017 „enorm viel geschafft worden“. Und dennoch: Mit einem grob für Ende 2019 ins Auge gefassten Eröffnungsspiel wird es nichts. Stand jetzt wird mit dem Abschluss der Bauarbeiten für Mai 2020 gerechnet – im zweiten Halbjahr 2020 könnte dann erstmals der Ball im neuen Stadion rollen, das den Normen der Fifa und der Uefa entspricht und auch für die Austragung von Rugby-Partien konzipiert worden ist.

Dieser Termin wiederum würde bedeuten, dass eine glanzvolle Eröffnung mit einem Testspiel der Luxemburger Fußballer gegen einen großen Gegner eher unwahrscheinlich wird. Grund: Im September 2020 beginnen die Partien der nächsten Nations-League-Runde.

Auch wenn es vielleicht nichts mit einem Gala-Match werden sollte – Philipp brennt darauf, dass das Stadion bald fertig wird: „Es wird  eine enorme Bedeutung für den luxemburgischen Fußball haben. Vor allem zum jetzigen Zeitpunkt, wo der Fußball bei uns ein sehr gutes Niveau erreicht hat.“

Bis im Innenraum ein Hybridrasen zu sehen sein wird, gibt es an anderen Stellen aber noch einiges zu tun. Nachdem die Roh- und Stahlbauarbeiten weitgehend fertig sind, steht nun die Installation der Technik an. Parallel sollen die Arbeiten an der Fassade voranschreiten. Im September soll die Beleuchtung des Spielfelds installiert werden. Avisierter Termin für die Montage der Sitzschalen ist der Januar 2020.