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Die Saison im Nutzgarten nimmt Fahrt auf.

Der GArten im April : Ein Hoch auf das Hochbeet

TV-Garten im April: Die Saison im Nutzgarten nimmt Fahrt auf. Dabei entdecken immer mehr Menschen die Lust am Hochbeet-Gärtnern.

Hochbeete liegen im Trend und werden besonders gerne für den Gemüse- und Kräuteranbau genutzt. Als überschaubarer Küchengarten sind die erhöhten Beete praktisch überall einsetzbar. Voraussetzung: Die Fläche liegt mindestens vier bis fünf Stunden pro Tag in der Sonne. Schattiger sollte es für Gemüse nicht sein. Mehr Licht kommt wärmeliebenden Kulturen wie Tomaten, Paprika und Auberginen zugute. Der Standort kann mit einem Hochbeet sogar auf versiegelten Flächen liegen. Von der Terrasse bis zum Innenhof im urbanen Raum lässt sich ein Hochbeet überall aufbauen. Auf Balkonen muss man die Traglast berücksichtigen.

Leichter hat man es mit erdverbundenen Hochbeeten, die direkt im Garten oder auf dem Rasen platziert werden. Nicht mehr in gebückter Haltung gärtnern, ist ein Argument, das für Hochbeete spricht. Die Höhe lässt sich an die Körpergröße anpassen.

Wie hoch man das Beet plant, richtet sich aber auch nach der Bepflanzung. Sollen in dem Hochbeet beispielsweise nur Stabtomaten kultiviert werden, muss es nicht höher als 40 Zentimeter sein.

Weitere Vorteile des auch strukturierenden Gestaltungselementes Hochbeet ist die leichtere Handhabung praktischer Pflegearbeiten. Unkraut und Schädlinge hat man schneller im Blick, weil man näher dran ist. Schnecken hält man mit einem leicht anzubringenden Schneckenzaun außen vor. Durch die Verrottung der organischen Füllung im Inneren (siehe Extra: Schichtung) ist der Boden früher warm als in herkömmlichen Beeten. Aussaaten können früher beginnen.

Einer der wenigen Nachteile im Hochbeet ist der höhere Wasserverbrauch. Durch den erhöhten Aufbau sind die Seitenwände exponiert und erhitzen sich bei Sonnenschein schnell. Zusätzlich wird es von innen warm, wo die Umsetzungsprozesse der befüllten Schichten in Gang kommen. Im Hochbeet verdunstet Wasser daher schneller als in vergleichbar großen Bodenbeeten. Gerade im Frühjahr, wenn die Pflanzen aufwachsen, muss man mit dem Gießen hinterher sein.

Was die Gartenarbeiten betrifft, unterscheiden sich Hochbeete und herkömmliche Nutzgartenbeete nur geringfügig. Der größte Unterschied: In bestehenden Hochbeeten ist die Erde zu Beginn der Saison gesackt. Die erste Pflegemaßnahme nach dem Abräumen ist daher die Erneuerung der obersten Schicht. Wer eigenen Kompost hat, füllt damit bis zum Rand auf. Ansonsten nimmt man Gemüse- oder Universalerde. Eine komplette Neubefüllung wird meist nach drei bis vier Jahren sinnvoll. Hat man die im Herbst nicht mehr geschafft, bietet sich das Frühjahr an.

Nun kann es losgehen. Aber Achtung: Sehr hohe Arten wie Mais beschatten andere. Was stark in die Breite geht wie Kohlköpfe, oder gar wuchert wie Topinambur nimmt zu viel Platz weg. Ausladende Kürbis- und Zucchinipflanzen setzt man, wenn überhaupt, an den Rand, wo sie runterranken können. Der Platz auf dem Hochbeet ist begrenzt.  Darauf hat der Handel reagiert und Minigemüse entwickelt. Snackpaprika oder Mini-Auberginen beispielsweise bleiben nicht nur kleiner, sondern reifen auch schneller. Kurze Kulturdauer bietet sich auf Hochbeeten an. Salat und Radieschen gehören zu den Rennern.

 Buch: „365 Tage Hochbeet“
Buch: „365 Tage Hochbeet“ Foto: GU-Verlag

Wer nicht auf langwierigeres, großes Gemüse verzichten will, macht sich den Sprint der Zwischenkulturen zunutze. Weißkraut beispielsweise setzt man im Abstand von 50 auf 50 Zentimeter. Zu Beginn brauchen die Kohlköpfe den Platz noch nicht. In den Zwischenräumen springen Salatpflänzchen ein. Generell pflanzt man im Hochbeet dichter als im Gartenbeet. Mischkultur ergibt sich praktisch von selbst. Die Gesetzmäßigkeiten der Fruchtfolge dagegen lassen sich auf dem begrenzten Raum schwerer einhalten. Für Einsteiger bieten sich Anbaupläne (Extra: Buchtipp) an. Wo doch mal Lücken entstehen, setzt man einfach Kräuter oder bienenfreundliche Blumen ein.