Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 18:26 Uhr

Verkehr
Blitzer in der Region: Die Temposünder schlagen zurück

Insgesamt sechs Blitzer sind im Dezember im hessischen Gernsheim demoliert worden. Auch in der Region wurden Blitzgeräte immer wieder das Ziel von Attacken, insbesondere mobile Blitzanlagen.
Insgesamt sechs Blitzer sind im Dezember im hessischen Gernsheim demoliert worden. Auch in der Region wurden Blitzgeräte immer wieder das Ziel von Attacken, insbesondere mobile Blitzanlagen. FOTO: Einsatzreport Südhessen / dpa
Trier. Es kommt immer wieder vor, dass Blitzgeräte das Ziel von Attacken sind. Und manche Angreifer sind sogar besonders dreist.

Rund 1,5 Millionen Mal wurden Temposünder auf rheinland-pfälzischen Straßen im vergangenen Jahr geblitzt. Ein neuer Rekord. Zu verdanken ist der vor allem den neuen teilmobilen Blitzern, von denen jedes Polizeipräsidium zwei bekommen hat.

Der sogenannte Enforcement Trailer ist leicht zu transportieren und einfach zu handeln. Der Blitzer kann neben der Fahrbahn innerhalb von 15 Minuten aufgebaut werden und verrichtet dann – ohne Pausen zu machen – fünf bis sieben Tage rund um die Uhr seinen Dienst. Dann muss der Akku ausgetauscht werden. Während seiner Arbeitszeit macht der Trailer ununterbrochen Fotos: von Temposündern.

Das findet natürlich nicht jeder gut. Manche sind sogar so sauer, dass sie dem Blitzer ans Leder gehen. „Seit die ersten Geräte im April vergangenen Jahres angeschafft wurden, gab es bis heute  insgesamt zwölf Sachbeschädigungen an den semimobilen Anlagen“, sagt Thomas Brühl.

Als Leiter der Zentralen Bußgeldstelle in Speyer sind Brühl und seine 310 Mitarbeiter für die Bestrafung der in Rheinland-Pfalz aufgefallenen Temposünder zuständig. Sie haben ganz schön viel zu tun, auch wenn zwischen zehn und 15 Prozent aller übermittelten Verkehrsverstöße eingestellt werden. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn der Aufwand den möglichen Ertrag am Ende deutlich übersteigt, weil etwa der Temposünder einen Leihwagen fuhr, im Ausland wohnt und ihn nur eine geringe Strafe erwarten würde.

Der eine oder andere Verkehrsteilnehmer kommt nicht so glimpflich davon und lässt seine Wut am Trailer aus. Mitte Mai vergangenen Jahres wurde der erst seit einigen Wochen eingesetzte Blitzer des Trierer Polizeipräsidiums Ziel eines Anschlags.

Der mit einer Radarfalle ausgestattete Anhänger stand an der Autobahn A 60 in der Nähe der Eifelstadt Prüm, als er von Unbekannten mitten in der Nacht  mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet wurde. Doch der Anschlag misslang. Das Feuer breitete sich nur außerhalb des Anhängers aus und ging von selbst wieder aus.

Doch die Täter ließen nicht locker. Mit einem Brecheisen machten sie sich  anschließend an dem Gerät zu schaffen und verursachten am Ende einen Schaden von mehreren Zehntausend Euro. Geschnappt wurden die Unbekannten bislang nicht, sagte gestern ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Blitzeranschlag bei Prüm – kein Einzelfall. Allein im Gebiet des Trierer Polizeipräsidiums gab es seit Frühjahr vergangenen Jahres drei Anschläge auf die mobilen Radarfallen. „Einmal wurde die Scheibe besprüht“, sagt Polizeisprecher Karl-Peter Jochem, „das andere Mal wurde sie zugeklebt“.

Dann dürfte es mit Aufnahmen von Temposündern vorerst vorbei gewesen sein. Doch der Hersteller der rund 120 000 Euro teuren mobilen Geräte wirbt damit, dass  der Trailer gegen viele Angriffe geschützt sei. „Das Gehäuse ist schusssicher und kann mit einer Alarmanlage ausgestattet werden“, sagt ein Unternehmenssprecher. Außerdem sei der Spalt für Kamera und Messgerät mit Panzerglas geschützt. Weil die transportable Radarfalle zudem schwer ist und abgesenkt werden kann, ist sie gegen Vorfälle wie in Karlsruhe Anfang Dezember geschützt. Dort waren zwei städtische Bedienstete gerade dabei, einen mobilen Blitzer einzumessen, als Unbekannte die Anlage quasi im Vorbeifahren stahlen.

Von den dreisten Dieben und dem Radargerät fehlt bislang noch jede Spur.

Mehr zum Thema: Radarfallen: geht es nur ums Geld oder sind Kontrollen notwendig?

Pro-Kommentar: Blitzen bringt mehr Sicherheit

Kontra-Kommentar: Blitzen ist Beutelschneiderei

Bußgelder in Höhe von 26 Millionen Euro in Luxemburg