Nach Absturz: Fluglinie in der Kritik

Nach Absturz: Fluglinie in der Kritik

SCHARM EL SCHEICH/HAHN. (sas/dpa)Wie sicher sind Gesellschaften, die von Deutschland aus fliegen oder deutsche Ziele ansteuern? Angesichts des Flugzeugabsturzes im ägyptischen Ferienort Scharm el Scheich stellen sich Fragen nach technischen Sicherheitsstandards im Flugverkehr.

Zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz über dem Roten Meer mit 148 Todesopfern ist die technische Sicherheit bei der Gesellschaft "Flash Airlines" in die Kritik geraten. Das Luftfahrt-Bundesamt überprüft ihr Flugrecht für Deutschland. Inzwischen hat auch der vom Hunsrück-Flughafen Hahn startende Reiseveranstalter Skymax Travel die Fluggesellschaft gewechselt.Ägyptische und französische Behörden gehen davon aus, dass die Boeing 737 der ägyptischen "Flash Airlines" wegen technischen Versagens ins Meer stürzte. Immerhin hatte das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Oktober 2002 wegen Sicherheitsmängeln ein Lande- und Überflugverbot für "Flash Airlines" verhängt. Fehlende Unterlagen für die Navigation, Wartungsmängel beim Fahrwerk, den Triebwerken und der Flugsteuerung sowie falsche Treibstoffberechnungen hätten die Sicherheit in der Luftfahrt in Frage gestellt, teilt das BAZL am Montag mit.Auch sind Fälle bekannt geworden, wonach "Flash Airlines" in Athen und Genf notlanden musste. Das Luftfahrt-Bundesamt Braunschweig überprüft das seit September 2003 gültige Einflugrecht der Gesellschaft. "Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen", sagt Behörden-Sprecherin Cornelia Eichhorn und warnt vor einer Vorverurteilung.Auf das deutsche Einflugrecht bezieht sich immerhin der Hunsrück-Flughafen Hahn, von dem "Flash Airlines" im Auftrag des Reiseveranstalters Skymax Travel aus Köln erstmals am 23. Dezember mit rund 90 Passagieren ins ägyptische Hurghada geflogen ist. "Bei uns gab es keine Anhaltspunkte für technische Fehler", sagt Hahn-Sprecherin Maria Horbert. Maßgeblich seien die Vorgaben des Luftfahrtbundesamtes. Auch Christian Boergen vom Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband sieht das Luftfahrtbundesamt in Erklärungsnot: "Warum ist das Amt nicht eingeschritten, wenn die Schweiz ein Landeverbot erteilt hatte?", fragt er."Für uns sind die Vorwürfe gegenüber ,Flash Airlines' vollkommen unberechtigt", sagt Skymax-Sprecherin Sabine Sauerstein. "Flash Airlines" habe wie jede andere Fluglinie Kontrollen durchgeführt, zuletzt seien beide Maschinen im März 2003 bei Boeing generalüberholt worden. Dennoch habe Skymax die Fluggesellschaft gewechselt - "aus moralischer Verpflichtung", sagt Sauerstein.Vom heutigen Dienstag an werden alle Reisenden zum Hahn und vom Hahn nach Ägypten mit "Luxor Air", einer weiteren ägyptischen Mini-Gesellschaft, transportiert.