230 Anzeigen wegen falscher Auslands-Führerscheine

230 Anzeigen wegen falscher Auslands-Führerscheine

Nach jahrelangen Ermittlungen wegen der Vermittlung gefälschter Auslands-Führerscheine hat die Polizei in Simmern (Rhein-Hunsrück-Kreis) 230 Anzeigen geschrieben.

(dpa/lrs) - Die Empfänger dieser Papiere müssten sich nun wegen Urkundenfälschung verantworten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ob auch Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis erstattet werden, müsse in den Einzelfällen geprüft werden. Die Betreiber der „Vermittlungsagentur“, die vom Raum Kirn (Kreis Bad Kreuznach) aus koordiniert worden sein soll, werden gesondert verfolgt. Einen gefälschten Führerschein ließen sie sich mit 2000 bis 4000 Euro bezahlen. 2007 ermittelte die Polizei zunächst im Rhein-Hunsrück-Kreis, weil bei Simmern etwa 30 gefälschte litauische Führerscheine verkauft worden waren. Dabei kamen die Beamten einem heute 34-Jährigen auf die Spur, der in großem Stil ungarische Führerscheine verteilte. In dem EU-Land wurden dafür Scheinwohnsitze angemeldet. Kunden waren oft Leute, denen in Deutschland die Fahrerlaubnis wegen Trunkenheit oder Drogendelikten entzogen worden war. Recherchen ergaben, dass die ungarischen Behörden zudem vielfach auch gefälschte osteuropäische Führerscheine einfach in ungarische umschrieben. Die Vermittler hatten dafür ein Netzwerk in Osteuropa aufgebaut.

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