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Das Ambulante Hospiz Hochwald begleitet und unterstützt Betroffene und Angehörige auch in Corona-Zeiten

Wohlfahrt : Trotz Corona jederzeit da für Schwerkranke und Sterbende

Das Ambulante Hospiz Hochwald arbeitet zurzeit unter besonderen Bedingungen: Ein Ehrenamtler beschreibt seine Erlebnisse bei der Betreuung.

Nach den aktuellen Lockerungen gelten wegen der Corona-Pandemie noch immer einschränkende Kontakt- und Besuchsregeln. Das trifft auch die Hospizdienste. Fachkraft Nadine Hölzemer vom Ambulanten Hospiz Hochwald sagt: „Dennoch sind wir für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen da. In den letzten Wochen war das nicht immer im direkten Kontakt möglich; und wir haben auf E-Mails, Telefon oder die gute alte Postkarte zurückgegriffen. Ab jetzt machen wir wieder Hausbesuche und sind wieder voll umfänglich da, mit den Schutzmaßnahmen, die noch geboten sind.“

 Grundsätzlich sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Anfragen nach hospizlicher Begleitung und Unterstützung zurückgegangen. „Das bereitet uns Sorge“, so Marion Schronen, Leiterin des Ambulanten Hospizes Hochwald. „Denn schwerstkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten, dafür sind wir vom Ambulanten Hospiz Hochwald seit 17 Jahren da.“

 Die aktuelle Situation stehe im Gegensatz zur Grundüberzeugung der Hospizbewegung, nämlich dass niemand alleine sterben muss, sondern dabei von Mitmenschen begleitet wird. Die Angehörigen zu entlasten, sei ebenfalls eine wichtige Aufgabe der Hospizbewegung. „Und auch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter wünschen sich, die Betroffenen wieder direkt begleiten zu können, sei es im eigenen Zuhause, aber auch im Krankenhaus und im Pflegeheim. Und auch sie dürfen wieder begleiten“, sagt Marion Schronen.

Klaus Jung, der trotz Corona ehrenamtlich eine Begleitung übernommen hat, beschreibt den Besuch in einem Seniorenheim von der Terminvergabe, über die Masken- und Schutzanzugspflicht bis hin zum Problem, in Corona-Zeiten zwischenmenschliche Nähe zu schaffen.  „Wenn diese Brille nicht immer so beschlagen würde“, beschreibt er ein Problem wegen der Maskenpflicht. „Hoffentlich finde ich auf Anhieb den richtigen Gang und die Zimmertür. Peinlich, in dieser Maskerade suchend und fragend durchs Haus laufen zu müssen.“

Auch wenn man ins Zimmer der begleiteten Person kommt, ist die Situation nicht mehr dieselbe wie vor der Corona-Pandemie: „Die Tür öffnet sich, noch einmal Schutzkleidung richten und Hände desinfizieren“, beschreibt Jung seine Erlebnisse. „Kurze Info durch die Pflegekraft: Seit dem letzten Besuch gab es einige kritische Situationen. Eine geplante Verlegung zurück in die Nähe des Heimatortes musste verschoben werden.“ Das sei in seinem Fall sowohl auf Corona als auch auf den schwindenden Lebenswillen des Bewohners zurückzuführen gewesen.

Trotzdem funktioniere die Hospizarbeit: „Manchmal wird es einem leicht gemacht: Zwei schläfrige Augen schauen mich überrascht und freundlich an. Schmerzfrei, denke ich, das ist gut. Arme und Hände – ein wenig zittrig zwar – aber offenbar entspannt hinter dem Kopf verschränkt.  Das wird ein guter Besuch, so viel weiß ich jetzt schon, auch wenn sich mir die ersten Schweißtropfen unter meinem Hygienehäubchen sammeln und Händehalten und Gummihandschuhe auch irgendwie nicht so recht zusammenpassen.“

Ambulantes Hospiz Hochwald, Koblenzerstraße 6, 54411 Hermeskeil,Telefon 06503/9214766, Fax 06503-9214767, hospiz.her@marienhaus.de; www.ambulantes-hospiz-hochwald.de