Heiteres bei Novembernebel

Draußen wallen die Novembernebel. Im Festsaal Konz-Karthaus präsentiert ein Kammermusik-Ensemble mit variabler Besetzung Heiteres auf hohem Niveau. Genau das rechte Programm für eine Sonntags-Matinee

Konz. Wenn zu Hause der Sonntagsbraten lockt, ist die Neigung zu schwerer Musikkost nicht sonderlich ausgeprägt. Klar, dass die Programmplaner der Kammermusik-Matinee im Festsaal Karthaus sensibel darauf eingingen. Mit Kompositionen von César Cui und Nino Rota trafen Irmgard Brixius, Flöte, Hartwig Schubert, Violine, und Hans-Dieter Höllen, Klavier, genau die entspannt-aufmerksame Publikumsstimmung am Sonntagvormittag. Nino Rotas Trio: Da realisierte das Trio im Kopfsatz ein wirbelndes Pepetuum mobile, gab sich im folgenden Fugen-Intermezzo angemessen schwermütig und brillierte im abschließenden Kehraus. Bei den Stücken op. 56 von César Cui (der im Hauptberuf übrigens Festungsingenieur war und einen französischen Vater hatte) bestach die Interpretation durch französisch geprägte, noble Eleganz.
Mit Beginn der Pause hatte Flötistin Irmgard Brixius dienstfrei und Cellist Wolfram Hertel rückte nach zu Franz Schuberts berühmtem Klaviertrio Es-Dur Opus 100.
Auch bei diesem gewichtigen Werk vermieden die Interpreten alle Gewaltsamkeit. Nicht dramatische Ausbrüche und verhangene Tristesse standen im Mittelpunkt der Interpretation, sondern Heiterkeit und Spielfreude. Dabei dominierte der Pianist mit der Zeit allerdings immer auffälliger und drängte seine Streicher-Kollegen akustisch in Nebenrollen ab. Trotzdem Zufriedenheit im Karthäuser Festsaal. Knapp 50 Musikfreunde waren gekommen. mö

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