"Positives Abhängen ist wichtig"

"Positives Abhängen ist wichtig"

Er kümmert sich in der Verbandsgemeinde Kell am See um die Belange von rund 150 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren und will ihnen besondere Programme anbieten. Markus Ankerstein (47) ist neuer Jugendpfleger in der VG und macht zurzeit eine Rundreise durch alle Jugendclubs in den 13 Dörfern. Im TV spricht der Reinsfelder über seine ersten Erfahrungen und die Ziele, die er sich bei seiner beruflichen Aufgabe gesetzt hat.

Heddert. "Jetzt haben wir wieder einen Ansprechpartner, der auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung steht", freut sich Peter Lichtmeß (16). "Wenn wir was veranstalten wollen, können wir um Unterstützung bitten", fügt Katharina Scherf (20) hinzu. Eine Runde Jugendlicher trifft sich mit Markus Ankerstein, dem neuen Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Kell, im Jugendraum Heddert.
Erfahrung aus Fanprojekt


"Derzeit stelle ich mich den Jugendlichen in allen 13 Ortsgemeinden vor", erklärt der 47-jährige Sozialpädagoge aus Reinsfeld, der die Nachfolge von Michael Binder angetreten hat (der TV berichtete). Reichlich Erfahrung bringt der Experte aus seiner zweiten Aufgabe als Leiter eines Fanprojektes bei Eintracht Trier mit.
Für rund 150 junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren ist er jetzt Ansprechpartner bei Problemen inhaltlicher, rechtlicher, finanzieller, aber auch persönlicher Art.
"Es ist eine halbe Stelle, das sind 20 Stunden pro Woche. Ich werde versuchen, das Optimale rauszuholen", verspricht Ankerstein den Jugendlichen. In Kell, Lampaden und Paschel werden die Gespräche wohl intensiver werden, denn dort braucht der jeweilige Jugendclub einen Neustart.
Richtig zufrieden mit der Dorfjugend ist der Hedderter Ortsbürgermeister Josef Wagner: "Hier läuft alles ohne Probleme." Die 15 Jugendlichen des Dorfes seien ja auch noch in Vereinen und deshalb an Regeln gewöhnt.
Gerade diese Integration ins Dorfleben macht Ankerstein die Arbeit leicht: "Die dörfliche In frastruktur hat auch eine erzieherische Wirkung."
Derzeit arbeite er am Jahresprogramm. In den Sommerferien ist bereits eine konkrete Aktion geplant, die unter dem Motto "Spiele und Spaß bei den Hochwaldindianern" steht und vom 12. bis 16. August auf dem Jugendzeltplatz Lampaden stattfinden wird.
In den Herbstferien sind wieder die Kinderkulturtage geplant. Sein Computerwissen, vor allem der sichere Umgang mit sozialen Netzwerken, will Ankerstein mit den Jugendlichen teilen. Außerdem ist ein eigener Internetauftritt in Arbeit.
Besonderes Augenmerk sollen junge Männer bekommen. Das Rollenverhalten im Prozess des Erwachsenwerdens soll hinterfragt, Männlichkeit und Stärke in der Identitätsfindung diskutiert werden.
"Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht mehr den guten Kumpel, sondern eher die Vatergeneration repräsentiere", beschreibt Ankerstein die Ambivalenz zwischen Freundsein und Respektsperson.
In den Jugendclubs müsse nicht jeden Tag was los sein: "Positives Abhängen ist wichtig für die Jugendlichen, von denen heute viel verlangt wird." Lockere Gespräche können auch kreativ sein. "Wir können mit unserem neuen Jugendpfleger gemeinsam Ideen entwickeln", wünscht sich deshalb Felix Scherf (18).
Extra

Rund 41 000 Euro lässt sich die Verbandsgemeinde Kell die Jugendarbeit im Jahr kosten. Bürgermeister Werner Ang sten sagt: "Das ist gut angelegtes Geld, und das schon seit 25 Jahren." Es sei wichtig, dass die Jugend der Dörfer einen Ansprechpartner hat. Dass in Kell, Lampaden und Paschel ein Neuaufbau nötig ist, sei nichts Ungewöhnliches: "Bei den Clubs ist das ein Kommen und Gehen. Das liegt in der Natur der Sache." Wichtig ist Angsten auch die gute Zusammenarbeit des Jugendpflegers mit dem Jugendrat, der kommunalpolitische Themen aufgreifen kann, der enge Schulterschluss mit Schulsozialarbeiterin Séverine Minas und der kirchlichen Jugendarbeit. doth

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