Konzert: Jazz der Spitzenklasse in Trier

Konzert : Jazz der Spitzenklasse in Trier

Beim Konzert des Peter Protschka Quintetts erleben rund 350 Zuhörer beim zweiten Open-Air-Konzert der 26. Reihe „Jazz im Brunnenhof“ einen rundum fantastischen Abend.

Nicht nur das Wetter hält: Es bleibt am Donnerstagabend bei äußerst angenehmen Temperaturen trocken im herrlichen Brunnenhof an der Porta Nigra. Ambiente und Atmosphäre stimmen also schon einmal. Dann sorgt das Peter Protschka Quintett mit dem bekannten Tenorsaxofonisten Rick Margitza für einen fulminanten Musikgenuss. Die etwa 350 Besucher feiern die fünf Jazzer und spenden immer wieder frenetischen Applaus.

Zumeist eigene Kompositionen der Bandmitglieder sowie zwei Standards präsentiert die Formation um den Kölner Trompeter und Flügelhornisten Peter Protschka in insgesamt mehr als zwei Stunden Gesamtspielzeit dem Publikum. Das Programm beinhaltet sowohl langsamere, getragene, äußerst melodische Balladen als auch schnellere, vorwärtstreibende, kraftvolle  Titel, die alle rund eine Viertelstunde dauern und den Musikern jeweils genügend Raum zum Improvisieren bieten.

Die Kompositionen sind meist derart aufgebaut, dass zunächst Saxofonist Margitza und Trompeter/Flügelhornist Protschka längere Einsätze haben – solo oder bisweilen auch gemeinsam. Dann stoßen die drei übrigen Jazzer – Pianist Martin Sasse, Kontrabassist Martin Gjakonovski und Schlagzeuger Tobias Backhaus dazu, die ebenfalls hervorragende Virtuosen und europaweit gefragte Musiker sind. In der Regel tritt die Band – die seit sieben Jahren in dieser Formation zusammenspielt – als Quintett auf, manche Titel werden jedoch auch im Quartett dargeboten. Neben den famosen Einsätzen von Blech und auch Reed (Protschka und Margitza) stechen besonders die perlenden Piano-Passagen von Martin Sasse sowie die Bass-Linien Gjakonovskis hervor. Aber auch Drummer Backhaus lässt hervorragende Schlagzeugsoli hören.

Die von den Bandmitgliedern geschriebenen Stücke stammen von Protschka, Margitza und auch Pianist Sasse. Sie tragen Titel wie „Always in Paris“, „Hands of Time“ und „Guilty Pleasures“ (Margitza). Andere sind der Tochter „Nina“ gewidmet oder der brasilianisch inspirierten Nummer „Love Dance“, dem Blues „Tom’s Groove“ oder „My Ideal“ (Protschka).

Noch kurz einige Anmerkungen zum Renommee und zur Internationalität der Bandmitglieder: Rick Margitza (* 1962 in Detroit) wurde 1988 von Miles Davis für dessen Europatournee gebucht. Zum Auftritt am Donnerstag reiste er aus Paris an. Bassist Gjakonovski kam aus Mazedonien in den Brunnenhof, Schlagzeuger Backhaus aus München.

Veranstalter von „Jazz im Brunnenhof“ sind die Stadt Trier & die Trier Tourismus Marketing GmbH sowie der Jazzclub Trier. Das nächste Konzert am Donnerstag, 25. Juli, 20 Uhr, bestreitet die Band BYRN.

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