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Online-Veranstaltungsreihe „Pro Musik Lichtblicke Kultur“ für Künstler

Festival in Corona-Zeiten : Lichtblicke für Künstler

Online-Veranstaltungsreihe präsentiert Graffiti und Musik von Folk bis Rap. Dazu machen Video-Porträts die Menschen hinter der Kunst sichtbar.

Die Firma Pro Musik ist in Trier eigentlich als Dienstleister für Sound und Technik bekannt und in der Region bei vielen Multimedia-Events vertreten. Dieses Jahr präsentiert das Unternehmen zum ersten Mal eine eigene Online-Veranstaltungsreihe unter dem Namen „Pro Musik Lichtblicke Kultur“ (siehe Extra), die größtenteils aus der Alten Färberei in Trier gestreamt wird. „Mit dem vom Land geförderten Projekt wollen wir die Jugend und die Kultur unterstützen“, erklärt der Geschäftsführer von Pro Musik, Winfried Kornberg. Gerade in der aktuellen Zeit sei es wichtig, junge Kulturschaffende zu fördern, schreibt die Firma in einer Pressemitteilung.

Mit „Pro Musik Lichtblicke Kultur“ möchten die Macher an fünf Terminen ein vielfältiges Kulturprogramm per Livestream in die Wohnzimmer bringen. Das Programm wird gestaltet von Quarantechno, der Kulturkarawane und dem Jugendzentrum „Auf der Höhe“ mit ihren jeweiligen Künstlern und Kulturschaffenden. Zuschauer können die Veranstaltungen kostenlos über den Bürgerrundfunk OK54, über YouTube und teilweise über die Streaming-Plattform Twitch verfolgen.

„Unsere Herausforderung ist es, trotz des digitalen Formats interessant und attraktiv zu sein“, sagt Kornberg. Deshalb haben die Veranstalter Livebands, DJs, Solo-Sänger und Graffitikünstler eingeladen und wollen den Zuschauern „einen spannenden Mix“ aus Folk, Punk, Hip-Hop, Elektro und weiteren Musikgenres bieten. Aber auch Interviews und Video-Porträts zu den Künstlern sollen das Online-Event ergänzen. „Uns ist mittlerweile sehr wichtig, nicht nur Musik zu zeigen, sondern auch die Menschen dahinter. Wie ein Podcast, nur mit Bild“, erklärt der Intermedia Design-Student Philipp Köhn von Quarantechno. Mit seinen Studienkollegen hat er in der Pandemie Quarantechno gegründet, um vor allem DJs in der Coronazeit eine Plattform zu bieten. Für die Lichtblicke Kultur hat das Team zwei Bands in Trier und dem Saarland porträtiert. Die Filme werden zwischen den Live-Musikbeiträgen abgespielt. 

Quarantechno macht mit seinem Programm namens „Hexentanz“, angelehnt an die Walpurgisnacht, am Freitag (30. April) und Samstag (1. Mai) den Auftakt zur Veranstaltungsreihe. Unter anderem haben sie die Folk- und Indie-Rock-Musikgruppe „O Captain! My Captain“ und die in Trier gegründete Deutschpop-Band „Graustufe West“ für einen Live-Auftritt in die Alte Färberei eingeladen. Das Trierer Künstlerkreativ mit eigenem Musiklabel „Clouds Kollektiv“ macht mit zwei Back-to-back-Sets den Abschluss des „Hexentanz“: In zwei Sets werden je zwei DJs gleichzeitig auf einer Bühne auftreten. 

Am 8. und 9. Mai bespielt die Kulturkarawane die digitale Bühne. Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft ist in Trier unter anderem als Organisator des Sterntaler-Weihnachtsmarktes und der Aktion „Urban Piano“ bekannt. Am zweiten Mai-Wochenende will sie aus der Pauluskirche ein „Melodica“-Festival mit neun Musikgruppen und Solokünstlern aus Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg übertragen. Das „Melodica“-Festival ist seit 2007 ein weltweites Konzertformat mit internationalen Künstlern für Liebhaber von ruhiger Folk- und Singer-Songwriter-Musik. Die Kulturkarawane veranstaltet das Festival dieses Jahr zum achten Mal. Zwischen den Live-Musik-Beiträgen wird die Kulturkarawane selbst produzierte Video-Interviews mit Melodica-Musikern aus der ganzen Welt abspielen. „Melodica ist eigentlich ein kuscheliges Format, wo man eng zusammensitzt und Musik hört“, erklärt der Geschäftsführer der Kulturkarawane, Jochen Leuf. Das Team ist zuversichtlich, diese gemütliche Atmosphäre auch in die Wohnzimmer der Zuschauer übertragen zu können.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe macht am 12. Mai das Jugendzentrum „Auf der Höhe“ mit seinem Programm „Beats and Streets“. Neben einigen Live-Hip-Hop-Künstlern wird es eine Graffiti-Jam geben: Junge Graffitikünstler besprühen live zwei frisch legalisierte Sprühflächen in Trier-Süd und werden von einer Kamera begleitet. Einige Jugendliche und Mitwirkende im Kulturgraben e.V. moderieren das Ganze aus der Alten Färberei. „Wir finden es sehr wichtig, auch in diesen Zeiten Akzente zu setzen im Rahmen der Hip-Hop- und Jugendkultur“, erklärt Tom Cartus, der das Jugendzentrum leitet. „Lichtblicke Kultur“ böte eine großartige Möglichkeit, die Rap- und Graffiti-Künstler in den Fokus zu rücken.

„Pro Musik Lichtblicke Kultur“ wird größtenteils durch Fördergelder des Landes finanziert und ist für Zuschauer kostenlos. Damit alle Mitwirkenden ihre restlichen Aufwendungen erstattet bekommen, hat Pro Musik ein Spendenkonto eingerichtet.

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe  sowie zum Spendenkonto gibt es unter: info@promusik.de oder www.promusik.de/pm-lichtblicke-kultur/