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Zum Jubiläum kommt ein Mann der ersten Stunde

Zum Jubiläum kommt ein Mann der ersten Stunde

Der Karmel Springiersbach liegt etwas versteckt am Kondelwald. Bekannt ist er für seine Ruhe, aber auch für die Kammerkonzerte, die dort seit 35 Jahren beheimatet sind.

Bengel. Wer vom Kloster Springiersbach spricht, denkt an eine prachtvoll ausgemalte Rokokokirche. Wenig erinnert daran, dass an dieser Stelle einmal ein gewaltiges romanisches Bauwerk stand, von dem Historiker sagen, es hätte sogar die Abtei Maria Laach in den Schatten gestellt. Nur wenn man zur Rückseite des Klosters geht, findet man noch den romanischen Saal, der an diese Vergangenheit erinnert. Er ist auch der Konzertsaal, in dem der Musikkreis Springiersbach regelmäßig Kammerkonzerte veranstaltet. In diesem Monat sind es bereits 35 Jahre, die dieses Angebot das kulturelle Leben der ganzen Region bereichert.
Gerhard Vockensperger, Begründer, Organisator und künstlerischer Leiter in einer Person, hat sich in all den Jahren, in denen unzählige Künstler bei ihm zu Gast waren, ein Stammpublikum aufgebaut. Die Besucher kommen gleichermaßen aus Cochem und Zell wie aus Trier. Aber auch in Luxemburg gibt es Musikfreunde, die regelmäßig einen Sonntag am Kondelwald verbringen. Durch eine lange Freundschaft mit dem Trompeter Nikolai Tschotchev hat Vockensperger viele Kontakte zu osteuropäischen Musikern, die gerne und immer wieder nach Springiersbach kommen. Hier haben sich viele Freundschaften entwickelt.
Auch zum Jubiläumskonzert am 25. November um 16 Uhr ist mit dem Geiger Mintcho Mintchev ein Bulgare zu Gast. Ihn verbindet eine besondere Beziehung zu Vockensperger, denn er ist gewissermaßen der Mann der ersten Stunde. Wenn er am Sonntag mit seiner Partnerin am Klavier, Marina Kapitalova, Werke von Mozart, Beethoven und Tschaikowsky spielt, ist es auf den Tag 35 Jahre her, dass das erste Konzert über die Bühne ging. Damals kam er zusammen mit einem belgischen Kammerorchester.
Schaut man auf den Konzertkalender des Musikkreises, wird eines deutlich: Vockensperger will auch die vier Jahrzehnte vollmachen. Bis September 2015 sind die Konzerte auf jeden Fall schon geplant. gkl