"Auf die ersten Minuten kommt es an"

"Auf die ersten Minuten kommt es an"

Seit fünf Jahren gibt es in Traben-Trarbach ein Notarztsystem. Der am Anna-Henrietten-Stift tätige Anästhesist Uwe Plorin ist dafür in seiner Freizeit ehrenamtlich im Einsatz. Nun soll der Notarztwagen mit einem verbesserten EKG-Gerät ausgestattet werden, das nach einem Herzinfarkt eine umgehende Lyse-Therapie ermöglicht, die das Blutgerinnsel auflöst. Der finanzielle Grundstock ist gelegt, aber es werden weitere Spenden benötigt.

Traben-Trarbach. "Wir fahren etwa 300 Einsätze im Jahr", berichtet Rettungssanitäter Nils Wallenborn, stellvertretender Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Traben-Trarbach. "Eine Minute nach Eingang des Notrufs sind wir einsatzbereit", ergänzt Rettungsassistent Erwin Haussmann, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins. Innerhalb des Stadtgebiets kann das Rettungsteam nach drei bis fünf Minuten beim Patienten sein. Neben Traben-Trarbach und Wolf profitieren alle Orte der Verbandsgemeinde sowie Kröv vom hiesigen Notarztsystem. Bei Großeinsätzen, wo mehrere Ärzte benötigt werden, helfen die Traben-Trarbacher auch in weiter entfernten Gebieten.Jetzt soll ein 12-Kanal-EKG-Gerät mit eingebautem Defibrillator das alte Gerät, das nur über drei Kanäle verfügt, ersetzen. "Es verbessert die Möglichkeiten der Vor-Ort-Therapie", sagt Notarzt Uwe Plorin und fügt hinzu: "Bei einem Herzinfarkt kommt es auf die ersten Minuten an." Kann der Thrombus, der das Blutgefäß verschließt, rechtzeitig aufgelöst werden, lassen sich Spätfolgen vermeiden oder in Grenzen halten. "In Großstädten liegt eine ganz andere Situation vor als hier auf dem Land", sagt Uwe Plorin. "Für uns in der Region ist ein solches EKG-Gerät eminent wichtig", betont der Arzt. Bis zu sechs Stunden nach einem Infarkt könne lysiert werden, "aber die Schäden werden immer größer". Optimal sei es, die Therapie sofort einzuleiten, und mit dem neuen EKG-Gerät kann der Arzt "zu 100 Prozent dokumentieren, ob ein Infarkt vorliegt oder nicht". Plorin weist allerdings darauf hin, dass es auch klare Ausschlusskriterien für eine Lyse-Therapie gibt, beispielsweise wenn der Patient unter Bluthochdruck leidet. Doch das neue Gerät ist nicht nur wichtig bei Infarkten, sondern es ermöglicht bei sämtlichen Erkrankungen des Herzens eine sichere Diagnose bereits vor Ort.Rund 12 000 Euro sind für die Anschaffung des EKG-Gerätes aufzubringen. Der frühere stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Paul Reinhard hatte beim Tode seiner Ehefrau Herta anstelle von Blumengrüßen um Geldspenden gebeten, den Betrag aufgestockt und an den Förderverein Lions-Club Mittelmosel weitergeleitet. Hans-Adolf Polch vom Lions-Club übergab jetzt einen stattlichen Grundstock für die Finanzierung des EKG-Gerätes, aber weitere Spenden werden benötigt. Unter dem Kennwort "Notarztwagen" können diese an den DRK-Ortsverein Traben-Trarbach geleitet werden, Konto-Nr. 78 11 690 bei der VR-Bank, BLZ 570 698 06.