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Großlittgen als Vorreiter der Gebiets- und Kommunalreform

Großlittgen als Vorreiter der Gebiets- und Kommunalreform

Noch in diesem Sommer sollen die ersten Gesetze für die Kommunalreform in Kraft treten. Die Manderscheider Gemeinde Großlittgen will bereits seit 2009 den Anschluss an Wittlich-Land.

Großlittgen. Wenn es nach dem Willen des Landes geht, dann sollen die Verbandsgemeinden Manderscheid und Wittlich-Land bald fusionieren. Während der VG-Bürgermeister von Wittlich-Land, Christoph Holkenbrink, sich derzeit neutral verhält, Wolfgang Schmitz, VG-Bürgermeister von Manderscheid, die Fusion heftig kritisiert, bringt Alois Debald, Ortsbürgermeister von Großlittgen (VG Manderscheid), dem TV gegenüber eine Unterschriftenliste in Erinnerung. Schon im Jahr 2009 haben sich nach seinen Angaben bereits 400 Bürger des Ortes für einen Anschluss an die VG Wittlich-Land ausgesprochen. Sein Fazit: "Die Bürgerinitiative "Kommunalreform" in Großlittgen hat ihr Ziel erreicht." Mit ihm stimmen die Großlittgener Bürger Herbert Stolz, Harald Niemann, Marco Schleidweiler, Walter Anotony, Helmut Raskop, Herbert Eltges, Reinhold Graf, Klaus Weiler und Alfred Kremer, die eine Presse-Erklärung der BI unterzeichnet haben.
Darin erinnert die BI daran, dass nach dem Inkrafttreten einer Fusion eine Klage dagegen im Grunde genommen gar nicht mehr möglich sei. Auch wenn die Fusion im Sinne Großlittgens sei, spart Debald gegenüber dem TV nicht mit Kritik an der Kommunalreform.
Großlittgen habe gute Gewerbesteuereinnahmen, mehr als eine Million Euro im Jahr, während andere Gemeinden defizitär wirtschafteten. "Wir sind eine reiche Braut und müssen am Ende draufzahlen," sagt Debald. Das sei schließlich kein Einzelfall bei der Kommunalreform.
Es sei bedauerlich, dass das Land diese Detailebene völlig ausblende: "In den Gesetzentwürfen wird dies nach unten, auf die VG-Ebene delegiert," sagt Debald und warnt vor einem "Hauen und Stechen", wenn die Reform erst einmal greift. hpl