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Verkehr: Grünzeug statt Kunstwerk

Verkehr : Grünzeug statt Kunstwerk

Seit knapp einem Jahr gibt es den Kreisverkehr an der L 141 in Salmtal. Doch die Gestaltung lässt auf sich warten.

Jahrzehntelang haben sie für ihn gekämpft und seit knapp einem Jahr haben die Salmtaler Bürger ihren lang ersehnten Kreisel. Aber der ist seit seiner Freigabe im Dezember 2017 quasi noch im Rohzustand. Die Natur hat den Kreisel erobert. Denn die Gestaltung lässt auf sich warten. Und die Bürger brauchen noch ein bisschen Geduld, bis sich das ändert: Wenn alles nach Plan läuft, soll der Kreisel im Frühjahr 2019 ein ansehnlicheres Gesicht bekommen.

Warum das so lange dauert, erklärt Ortsbürgermeister Anton Duckart: „Momentan stecken wir in den Vorbereitungen für den Haushalt 2019. Da wir die Kita erweitern wollen und müssen, und nicht wissen, wie hoch der Zuschuss des Landes dafür ausfallen wird, warten wir mit der Kreiselgestaltung erst mal ab und schauen, wie sich die Finanzen entwickeln.“

Schließlich ist die Gemeinde mit der Finanzierung des Kreisels schon an ihre Grenzen gegangen: Da das Land keine Notwendigkeit für einen Kreisel am Knotenpunkt L141/K46 sah, beschloss der Gemeinderat, das Projekt größtenteils selbst zu finanzieren und investierte insgesamt 326 000 Euro aus der Gemeindekasse (der TV berichtete).

Der Stillstand heißt aber nicht, dass nichts passiert: Denn die Gemeinde hat bereits Kontakt zu zwei Gartenbaubetrieben aufgenommen und um Angebote für die Gestaltung gebeten. Die Rückmeldungen stehen laut Duckart noch aus, sollten aber seiner Einschätzung nach bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderats Ende November vorliegen. Damit stünden dann auch die Kosten fest. Es wird also eine Gestaltung mit Pflanzen werden. Noch im März 2018 hatten die Mitglieder des Gemeinderats um über eine mögliche künstlerische Gestaltung nachgedacht. Die ist aber mittlerweile vom Tisch. Da die Gestaltung eines solchen Kreisverkehrs der Zustimmung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) bedarf, hatte Ortsbürgermeister Anton Duckart Kontakt zur Behörde aufgenommen, und die Auskunft bekommen, aus Sicherheitsgründen werde keine baulichen Maßnahmen genehmigt. Will heißen: Es dürfen keine baulichen Maßnahmen vorgenommen werden, die ein festes Hindernis darstellen könnten, begründet Klaus Wagner vom LBM die Entscheidung seiner Behörde. Denn das könne im Falle eines Unfalls zur Gefahr für die Verkehrsteilnehmer werden und müsse verhindert werden.

Und dass die Unfallgefahr durchaus da ist, zeigte sich bereits am Tag der Freigabe im Dezember 2017: Damals war ein Autofahrer aus Großbritannien mit seinem Wagen über die aufgeschüttete Kreiselplattform gefahren, wurde in die Luft katapultiert und landete nach mehreren Metern am Ende der Kreiselplattform. Passiert ist ihm nichts. Allerdings belief sich der Schaden auf geschätzte 25 000 Euro.