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In Morbach sollen junge Leute mit digitaler Hilfe für ihre Heimat begeistert werden

Kommunalpolitik : Morbach buhlt um seine Generation Z

In der Einheitsgemeinde sollen junge Leute mit digitaler Hilfe stärker für ihre Heimat begeistert werden. Die dafür benötigte Infrastruktur soll deshalb stärker ausgebaut werden. Neue Inhalte werden dann per Instagram aufbereitet.

Morbach soll digitaler werden. Und damit attraktiver für Jugendliche und junge Menschen. Das ist das Ziel eines gemeinsamen Antrags von CDU, FDP und Freien Wählern in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Morbach.

„Es kommt dabei auf die digitale Versorgung an“, sagt Frank Klein von der FDP, der den Antrag für die drei Fraktionen erläutert. Insgesamt 30 000 Euro soll die Gemeinde für den Ausbau zur Verfügung stellen, und zwar durch Fördergelder, wenn kein Geld zur Verfügung steht aus eigenen Mitteln, das im Nachtragshaushalt berücksichtigt werden soll.

Diese Summe soll sich in drei Teile gliedern, erläutert er. 10 000 Euro sollen für die Erweiterung von W-Lan-Hotspots in öffentlichen Gebäuden wie Dorfgemeinschaftshäuser, Feuerwehrhäuser, Jugendräumen und Museen zur Verfügung stehen. Mit weiteren 10 000 Euro sollen vereinseigene Einrichtungen wie Sportlerheime unterstützt werden. Das letzte Drittel des Geldes soll für den Unterhalt und den Betrieb der Netze zur Verfügung stehen. Denn die Mittel aus dem W-Lan-Ausbau des Landes reichten nicht, um die erwartbaren Lücken bei den benötigten W-Lan-Hotspots zu schließen.

10 000 Euro stelle das Land zur Verfügung, erklärt CDU-Sprecher Manuel Blatt auf Nachfrage. Das reiche im Ort Morbach für zwei und für jeden weiteren Ort für einen Hotspot. Zu wenig vor dem Hintergrund, dass in Zukunft Kinder und Jugendliche vermehrt mit digitalen Medien ausgestattet werden und die Kommunikation in Vereinen und Gremien zunehmend über Social-Media-Plattformen und andere Dienstleister erfolgt, sagt Klein.

Bürgermeister Andreas Hackethal greift den Antrag positiv auf und nutzt die Gelegenheit, im Gemeinderat die Situation der Jugend weiter zu beleuchten. Die Morbacher Agentur Potvis hatte den Auftrag erhalten, die Haltung von Jugendlichen zur Gemeinde zu untersuchen und hat in Zusammenhang mit dem Antrag zur W-Lan-Versorgung jetzt diese Ergebnisse vorgestellt. 73 junge Morbacher haben einen Fragekatalog beantwortet. 90 Prozent der Befragten der Generation Z – damit ist die Generation gemeint, die nach 1996 geboren und die von der digitalen Welt geprägt wurde –  sagen, sie bekommen wenig, nichts oder normal viel aus Morbach mit. Lediglich neun Prozent sagen, sie lesen das Morbacher Amtsblatt. 79 Prozent finden, dass Morbach zu wenig bietet.

Doch wie können Menschen in diesem Alter angesprochen und mehr für ihre Heimat begeistert werden? Per Instagram, sagen Luca Priestersbach und Pascal Momper von Potvis, die ihr Konzept dem Gemeinderat vorstellen. Denn dieser Kanal werde von jungen Leuten genutzt. „Facebook ist tot für die Generation Z“, sagen sie. Ihre Idee: Eine Art digitales Amtsblatt, über das die jungen Leute mit für sie interessanten Nachrichten über diesen Social-Media-Kanal informiert werden. Mit zwei bis drei regelmäßigen Posts pro Woche wollen die beiden starten. „Die jungen Leute sollen stolz auf Morbach sein und hier bleiben“, sagt Priestersbach.

„Wir kommen an sozialen Plattformen nicht vorbei“, sagt Bürgermeister Hackethal. Dafür will er weitere 10 000 Euro zur Verfügung stellen, die benötigt werden, um die Plattform zu starten und die ersten sechs Monate zu betreiben.

Der Gemeinderat stimmt dem zu, genauso wie dem vorangegangenen Antrag von CDU, FDP und Freien Wählern.