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Perspektive 50 plus: Neue Chance für ältere Arbeitslose

Zell. In Zell ist ein Vermittlungszentrum für ältere Langzeitarbeitslose eröffnet worden. Ziel der Einrichtung ist es, älteren Arbeitslosen neue Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt in der Region zu eröffnen.

Zell. 20 Menschen zwischen 51 und 62 Jahren nehmen derzeit am Programm "Perspektive 50 plus" in Zell teil. "Man zählt heute mit 50 nicht zum alten Eisen, mit 50 steht man noch mitten im Leben", machte Landrat Manfred Schnur bei der Eröffnung klar. Dies gelte auch für das Berufsleben. Und zunehmend werde für den Arbeitsmarkt auch diese Personengruppe interessanter angesichts der demografischen Entwicklung und des spürbar werdenden Personalmangels. Daher sei dieses Vermittlungszentrum eine wichtige Initiative, unterstrich der Landrat.
"Dieses Zentrum ist für alle Beteiligten ein Gewinn", hob auch Ulrike Mohrs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, hervor. Nicht nur der Arbeitsmarkt profitiere davon, auch die Betroffenen. "Gerade Menschen, die vielleicht schon ein Stück weit die Hoffnung aufgegeben haben, finden hier nochmals Chancen", davon ist sie überzeugt.
Die Arbeitsagentur ist hier gemeinsam mit dem Jobcenter tätig. Dritter im Bunde ist die Handwerkskammer Trier. "Seit 2005 ist die Integration von älteren Arbeitslosen für uns ein sehr wichtiges Thema", betonte Christian Neuenfeldt von der Beratungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Handwerks. Er verwies darauf, dass mit dem Beschäftigungspakt West-Süd-West ein erfolgreiches Instrumentarium gefunden wurde, um hier tätig zu werden. Seit 2005 seien in Nordrhein-Westfalen, im Saarland, in Hessen und in Rheinland-Pfalz mehr als 18 000 ältere Langzeitarbeitslose erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert worden. "Die 20 000. Vermittlung steht bevor", sagte Neuenfeldt und dankte auch der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA), die hier im Vermittlungszentrum maßgeblich tätig ist.
Positive Erfahrungen


Das neue Vermittlungszentrum hat bereits am 21. Januar seine Arbeit aufgenommen, derzeit nehmen acht Frauen und zwölf Männer an dem Programm teil. Die positiven Erfahrungen aus Cochem, wo seit 2009 ein solches Vermittlungszentrum besteht und wo bisher 80 Teilnehmer erfolgreich vermittelt werden konnten, spielen auch in Zell eine wichtige Rolle. Und das schon jetzt mit Erfolg: Denn bereits in den ersten zwei Monaten konnten in Zell zwei Teilnehmer erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden, ein Installateur in den Hunsrück und ein Produktionsmitarbeiter in eine Kellerei im Zeller Raum. In den Bereichen Haustechnik, Gastronomie und Handwerk stehen weitere Vermittlungen kurz vor dem Abschluss. dju