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Hahn-Debakel: Hessen bleibt gelassen

Hahn-Debakel: Hessen bleibt gelassen

In Rheinland-Pfalz haben die Turbulenzen um den chinesischen Investor für den Flughafen Hahn ein politisches Erdbeben ausgelöst. Hessen, das seine Hahn-Anteile ebenfalls an den Investor verkaufen will, reagiert hingegen ruhig.

Während die rheinland-pfälzische CDU wegen des drohenden Aus des Hahn-Verkaufs vor Wut schäumt, sehen die Parteifreunde im benachbarten Hessen das mögliche Debakel gelassen. Hessen will seinen Anteil am Hunsrück-Flughafen (17,5 Prozent) ebenso wie Rheinland-Pfalz, das 82,5 Prozent hält, an den chinesischen Investor SYT verkaufen. Das Ganze könnte aber platzen.

Der Investor hat bislang nicht den geforderten Kaufpreis für das Gelände außerhalb des Flughafens überwiesen (der TV berichtete). Auch Hessen wartet derzeit noch auf "letzte Rückmeldungen der chinesischen Seite", wie ein Sprecher des CDU geführten Finanzministeriums in Wiesbaden gegenüber unserer Zeitung bestätigte. "Das tun wir mit Ruhe und Gelassenheit."

Das Nachbarland hat seine Anteile für 1,43 Millionen Euro an SYT verkauft. Man sei am Mittwoch von der rheinland-pfälzischen Landesregierung über den "aktuellen Zwischenstand" der Verhandlung vorab informiert worden, teilt der Ministeriumssprecher mit. "Wir haben weiterhin volles Vertrauen in das Vorgehen der Rheinland-Pfälzer", heißt es aus Wiesbaden. Bei der rheinland-pfälzischen CDU hat man dieses Vertrauen jedoch nicht mehr. Fraktionsvize Alexander Licht hat personelle Konsequenzen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gefordert.

Der Hahn habe für Hessen keine strategische Bedeutung mehr, sagt der Sprecher des dortigen Finanzministeriums. "Unsere Anteile am Flughafen kosten uns auch nichts. Für die Defizite kommt allein Rheinland-Pfalz auf." Das Minus des Flughafens betrug im vergangenen Jahr rund 17 Millionen Euro. Unterdessen hat der Anwalt von SYT gestern mitgeteilt, dass der Kaufpreis "kurzfristig" auf einem Treuhandkonto hinterlegt werde.

Dies sei voraussichtlich nächste Woche geplant, sagt Gunther Weiss von der Anwaltskanzlei Greenfort in Frankfurt. Ganz anders als der Hahn boomt der Flughafen Findel in Luxemburg.