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Ukraine-Krise: Folgen für die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz

Export : Folgen für Wirtschaft in Rheinland-Pfalz

Die Ukraine-Krise könnte Auswirkungen für die Unternehmen in der Region haben. Je nachdem welche Sanktionen gegen Russland verhängt werden. Nicht nur Wein geht von hier aus nach Russland.

(wie) Wirtschaftlich spielt Russland nicht die ganz große Rolle für Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gingen im vergangenen Jahr 1,5 Prozent der rheinland-pfälzischen Exporte in die Russische Föderation und ein Prozent der Importe kamen von dort. Trotzdem betrachte  man im Ministerium die Entwicklungen im Ukraine-Konflikt mit Sorge, wie eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Man beobachte die Lage sehr genau und stehe in Kontakt mit „unseren Außenwirtschaftspartnern“.

Das deutsch-russische Handelsvolumen lag zuletzt bei rund 60 Milliarden Euro. Nach Russland und in die Ukraine werden Waren im Gesamtwert von über einer Milliarde Euro aus Rheinland-Pfalz geliefert.

Welche Auswirkungen die Eskalation des Konflikts auf die hiesige Wirtschaft habe, hänge auch von den Sanktionen ab. Wachsende geopolitische Spannungen und damit zusammenhängende Sanktionen sorgten in der Wirtschaft generell für Unsicherheit, so die Ministeriumssprecherin.

Ähnlich sieht man das auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Eskalation der Krise versetze die in der Ukraine tätigen rheinland-pfälzischen Unternehmen in Sorge, sagt Arne Rössel. Er ist Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Die Unsicherheit der Betriebe sei spürbar: „Erst Corona, Lieferengpässe, steigende Energiepreise und nun die Zuspitzung des Russland-Ukraine-Konflikts.“

Rössel spricht im Zusammenhang mit der Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete durch Russland von einer „Zeitenwende mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ost und West“.

Vieles hänge von der Reaktion der westlichen Staaten ab. „Neben finanziellen Sanktionen gegen Russland könnten nun auch Verbote für die Lieferung von technologischen Ausrüstungen und Komponenten verhängt werden. Das würde auch die einheimischen Hersteller von Elektronik, Haushaltsgeräten und Computerausrüstung vor ernsthafte Probleme stellen“, sagt Rössel.

Die russische Föderation ist für die regionale Wirtschaft ein wichtiger Markt, wie  Jan Heidemanns, Leiter International bei der IHK Trier kürzlich unserer Redaktion sagte. Vor allem Wein und andere Lebensmittel und Maschinen würden aus der Region dorthin geliefert.