Verkehrschaos: Schnee und Glätte legen den Verkehr lahm

Verkehrschaos: Schnee und Glätte legen den Verkehr lahm

Nach Schneefällen am Dienstag, Dauerregen im Laufe des Mittwochs und nun erneutem Schneefall waren die Straßen am Mittwochabend glatt und verschneit. Chaos allenthalben, meldete die Polizei. Etliche Straßen waren blockiert, darunter die B51 bei Trier und die Hunsrückhöhenstraße. Auch an Flughäfen und auf den Autobahnen ging kaum etwas.

(red/mc/dpa/jka/fk/woc) Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach hatte es tagsüber südlich der Mosel teils heftige Regenfälle gegeben, nördlich des Flusses gab es Schnee. Bis zu zehn Zentimeter wurden gemessen, wie Meteorologe Thomas Ruppert sagte. Dort, wo Regen fiel, ging dieser am Abend langsam in Schnee über. "Alles zu", meldete etwa die Polizei aus Hermeskeil gegen 18 Uhr, woanders war die Rede von "Chaos" auf den Straßen.

Am Flughafen von Luxemburg wurden alle Starts und Landungen wegen starkem Schneefall gestrichen, frühestens gegen 22 Uhr sollte der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden, teilte der Flughafen mit. Auch am Flughafen Hahn ruhte erzwungenermaßen der Flugbetrieb seit dem frühen Abend, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Flüge zum Hahn seien umgeleitet worden. Wann Flugzeuge wieder starten können, war am Abend noch unklar.

Etliche Straßen waren am Abend nach Angaben der Polizei dicht - etwa rund um Trier die Straßen von Trier-Quint nach Zemmer, die B52/A64 bei Trier und Richtung Hermeskeil oder die B51 von Trier nach Bitburg. Am Abend hieß es bei der Polizei, die Straße sei wieder frei. Massive Probleme gab es auch auf der A1 von Trier Richtung Mehring wegen querstehender Fahrzeuge, meldet die Polizeiautobahnstation in Schweich. Richtung Koblenz sei die Autobahn frei, allerdings sei wegen einer geschlossenen Schneedecke mit Behinderungen zu rechnen.

Probleme gab es auch in der Stadt Trier, wo am frühen Abend dichter Schneefall einsetzte und sich mehrere Unfälle ereignete. Busse fuhren nicht mehr. Vor allem von Tarforst nach Korlingen gab es Probleme, etliche Studenten säßen oben an der Uni fest. Nach Angaben der Polizei wollte die Feuerwehr liegengebliebene Autofahrer mit Decken und heißen Getränken versorgen. In Trier ließen viele Fahrer ihren Wagen stehen.

Auch auf der B327 im Hochwald und Hunsrück kam es zu Verkehrsbehinderungen, nachdem sich ein LKW bei Thalfang quer stellte. Erst nach 20 Uhr war die Strecke hier wieder frei. Auch die B407 bei Reinsfeld (Kreis Trier-Saarburg) war wegen eines querstehenden LKW blockiert.

Rund um Saarburg und Konz gab es ebenfalls erhebliche Verkersbehinderungen durch Schneefall und Straßenglätte. Auch hier hatten sich mehrere Unfälle ereignet, allerdings nur mit Blechschäden. In Hanglagen standen teilweise LKW quer, zum Beispiel von Saarburg Richtung Merzkirchen/Saargau oder von Serrig Richtung Greimerath und Hochwald und vom Konzer Tälchen zur B268/Pellingen.

Rund um Prüm verzeichnete die Polizei gegen 18 Uhr mehrere leichte Unfälle: Auf der B 410 zwischen Büdesheim und Lissingen verunglückten zwei PKW, verletzt wurde niemand, allerdings entstand Blechschaden. Ebenfalls auf der B 410 stand eine Zeit lang ein LKW quer. Im Kreisverkehr am Ortsausgng von Jünkerath kollidierten zwei Fahrzeuge leicht, zwischen Birgel und Wiesbaum rutschte ein Fahrer mit seinem PKW gegen einen Baum. Bei der Inspektion sprechen die Beamten von einer „angespannten Situation.“ „Es geht langsam, aber es geht“, sagt Hauptkommissar Gerhard Kauth auf Anfrage.

Nördlich von Bitburg Richtung Fließem kam ein Fahrzeug von der B51 ab und überschlug sich. Das Auto blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer flüchtete zunächst, konnte aber von der Polizei eingeholt werden. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und der Führerschein sichergestellt.

Auch im restlichen Rheinland-Pfalz hatten Autofahrer mit Eis und Schnee zu kämpfen. Nahe Kirburg (Westerwaldkreis) starb eine Frau, die auf schneeglatter Straße mit ihrem Wagen verunglückte. Nähere Angaben konnte die Polizei zunächst nicht machen. Auf der A6 zwischen Kaiserslautern Ost und Wattenheim ging am Abend nichts mehr, sagte ein Polizeisprecher. „Sogar die Räumfahrzeuge kommen nicht durch.“ Grund seien querstehende Lastwagen. „Immer mehr Straßen müssen gesperrt werden“, hieß es aus dem Präsidium in Kaiserslautern. „Es ist chaotisch.“

Schon am Dienstag hatte es auf mehreren Straßen in der Eifel, insbesondere rund um Bitburg, sowie auf der A1 wegen Schneeglätte gekracht, dabei blieb es zumeist bei Blechschäden. Ein schwere Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen in der Vulkaneifel. Gegen 7.24 Uhr war eine junge Autofahrerin auf der L 67 bei Nerdlen Richtung Dockweiler unterwegs, als sich ihr Auto im Bereich einer Steigung plötzlich quer zur Fahrbahn stellte. Ein entgegenkommender, bergab fahrender Streifenwagen der Polizeiinspektion Daun konnte nicht mehr ausweichen und stieß gegen die Beifahrerseite des Kleinwagens.

Durch den Aufprall erlitt die Fahrerin des Kleinwagens lebensgefährliche Verletzungen und wurde nach notärztlicher Erstversorgung in ein Krankenhaus gebracht. Die Insassen des Streifenwagens, eine 39-jährige Polizeibeamtin als Beifahrerin und ein 53-jähriger Polizeibeamter der Polizeiinspektion Daun, erlitten weniger schwere Verletzungen und wurden ebenfalls in umliegende Krankenhäuser gebracht. Zur Klärung der Unfallursache wurde durch die Staatsanwaltschaft Trier ein Gutachten in Auftrag gegeben. Im Einsatz waren ca. 50 Einsatzkräfte des DRK, umliegender Feuerwehren und der Polizeiinspektionen Daun und Prüm.

Nach Auskunft des Meteorologen werden die Schneefälle in der Nacht zum Donnerstag weitgehend aufhören. Am Donnerstag sei mit nass-kaltem Wetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt zu rechnen.

Aktualisierung 21.52 Uhr

Mehr von Volksfreund