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Amokfahrt-Prozess in Trier: Augenzeugen schildern Ängste und Schreie in Fußgängerzone

Kriminalität : Amokfahrt-Prozess: Augenzeugen schildern Schreie und Ängste – „Es war eine grauenvolle Situation“

Am 19. Verhandlungstag des Amokfahrer-Prozesses am Trierer Landgericht schildern Augenzeugen, wie die Fahrt des Angeklagten in Höhe der Blauen Hand in der Fußgängerzone begonnen hat.

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen ist am Dienstag vor dem Trierer Landgericht der Amokprozess fortgesetzt worden. Mehrere Augenzeugen berichteten, wie der Amokfahrer in Höhe der Blauen Hand in die Fußgängerzone eingebogen ist, dort eine Passantin umgefahren und dann zunächst angehalten habe. Anschließend sei er mit quietschenden Reifen wieder losgefahren und habe Richtung Hauptmarkt immer mehr beschleunigt. „Die Leute haben geschrien, und man hat die Angst in ihren Gesichtern gesehen“, erinnert sich eine 62-jährige Augenzeugin. „Es war eine grauenvolle Situation.“ Ihrer Einschätzung nach fuhr der Amokfahrer mit bis zu 80 Stundenkilometern durch die Fußgängerzone. „Was muss jemand für einen wahnsinnigen Hass haben, dass er so etwas tut“, fragte die Zeugin in Richtung der fünfköpfigen Kammer.

Zeugenaussage: Mit quietschenden Reifen losgefahren

Ein anderer Zeuge, der zum Zeitpunkt der Amokfahrt in der Brotstraße unterwegs, schilderte, dass er sich nur durch einen Sprung zur Seite von dem heranrasenden Geländewagen habe retten können. Zuvor sei er auf das Fahrzeug durch quietschende Reifen und einen aufheulenden Motor aufmerksam geworden. „Dann habe ich einen dumpfen Knall gehört, und eine ältere Frau flog durch die Luft. Es war schockierend zu sehen, dass der Wagen dann weitergefahren ist und weitere Passanten erwischt hat“, schilderte der 35-jährige Zeuge das Geschehen am 1. Dezember 2020 in der Trierer Innenstadt.

Heute ist der 19. Verhandlungstag. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52 Jahre alten Angeklagten fünffachen Mord und Schwere Körperverletzung in zahlreichen Fällen vor. Der mutmaßliche Amokfahrer schweigt in dem Verfahren bislang. Der Mordprozess ist bis Ende terminiert.