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Amokfahrer-Prozess in Trier: Fragen und Antworten zum Verfahren

Anklage : Amokfahrer-Prozess in Trier: Fragen und Antworten zum Auftakt des Verfahrens

In wenigen Tagen beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer von Trier. Viele Monate sind seit der Tat vergangen. Diese Fakten sind nun zum Prozessbeginn wichtig.

Nach der Amokfahrt in Trier am 1. Dezember 2020 steht im August 2021 der mutmaßliche Täter vor Gericht. Es wird einerseits um die Schuldfrage gehen, andererseits aber auch um die Hintergründe der Tat. Auf die Frage nach dem Motiv des Amokfahrers gab es bisher noch keine klare Antwort.

Der Prozess am Landgericht Trier wird voraussichtlich Monate andauern. Wir erklären, was man zu Beginn der Verhandlung wissen sollte.

Wann beginnt der Amokfahrer-Prozess in Trier?

Der erste Verhandlungstag vor dem Landgericht Trier ist der Donnerstag, 19. August. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr.

Wie lautet die Anklage gegen den mutmaßlichen Amokfahrer?

Die Anklageschrift umfasst 79 Seiten und legt dem Angeklagten Bernd W. aus Trier mehrfachen Mord und versuchten Mord zur Last. Er soll vorgehabt haben, bei seiner Amokfahrt möglichst viele Menschen zu töten. Fünf Menschen waren in Trier ums Leben gekommen, als der Täter sein Auto durch die Fußgängerzone lenkte. 24 weitere wurden teils schwer verletzt.

Wie viele Verhandlungstage sind angesetzt?

Das Trierer Landgericht hat für den Prozess zunächst 26 Verhandlungstage angesetzt. Der letzte Verhandlungstag wäre demnach der 26. Januar 2022. Wie viele Verhandlungstage tatsächlich benötigt werden, hängt vom Prozessverlauf ab.

Wie viele Zuschauer sind am Landgericht Trier zugelassen?

Nur 23 Plätze für Zuschauer sind an den Verhandlungstagen des Amokfahrt-Prozesses verfügbar. Die stark begrenzte Zahl erklärt sich durch die Abstandsregeln, die aufgrund der Corona-Pandemie gelten. Der Sitzungssaal soll eine Stunde vor Prozessbeginn geöffnet werden. Es dürfen nur jene Zuschauer eintreten, die am Verhandlungstag zuerst da sind.

Wer ist der Angeklagte im Amokfahrt-Prozess?

Bernd W. aus Trier wurde am 1. Dezember 2020 wenige Minuten nach der Amokfahrt festgenommen. Er stand nahe der Porta Nigra neben dem mutmaßlichen Tatfahrzeug, an dem er daraufhin von der Polizei überwältigt wurde. Der Angeklagte ist 51 Jahre alt und kommt aus Trier-Zewen. Er war zum Zeitpunkt der Tat alleinstehend, ohne Arbeit und soll in seinem Auto gelebt haben.

Was hat der mutmaßliche Amokfahrer bisher ausgesagt?

Seit der Festnahme befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft. In den Vernehmungen durch die Polizei machte er keine klaren Aussagen zur Tat. Seine Angaben sollen teils auch widersprüchlich gewesen sein. Er kann sich laut eigenen Angaben nicht an Einzelheiten des Geschehens erinnern. Somit verlief auch die Suche nach einem Motiv des mutmaßlichen Amokfahrers ohne konkrete Ergebnisse.

Welche Rolle spielt ein psychiatrisches Gutachten?

Der Angeklagte Bernd W. wurde in der Untersuchungshaft von einem psychiatrischen Sachverständigen begutachtet. Der Sachverständige diagnostizierte eine Psychose. Ob sich daraus eine Schuldunfähigkeit des Angeklagten ergeben kann, muss allerdings das Gericht im Hauptverfahren klären. Wir berichten über das Verfahren: Hier kommen Sie zu unserem Liveticker zum Auftakt des Amokfahrt-Prozesses in Trier.