Brüderkrankenhaus investiert 54 Millionen Euro in Trier

Gesundheitswesen : Brüderkrankenhaus investiert 54 Millionen Euro in Trier

Der Grundstein für das teuerste Bauprojekt bei den Barmherzigen Brüdern ist gelegt. Die Raumnot der Klinik soll Vergangenheit werden.

Die riesige Baugrube an der ehemaligen Schafswiese kündigt Großes an. Seit Ende 2017 wird – sicht- und spürbar nur für die unmittelbaren Anwohner der Peter-Friedhofen-Straße – dort gebaggert und betoniert. Wie aufgeräumt sich die riesige Baustelle bei der Grundsteinlegung am Montagnachmittag präsentiert hat, beeindruckte die zahlreichen Gäste sichtlich. Übertroffen wurde das aber noch von dem Staunen über die Investitionssumme, die für das neue Bettenhaus des Brüderkrankenhauses genannt wurde: Insgesamt 53,7 Millionen Euro soll die Baumaßnahme kosten, die von der BBT-Gruppe vollständig in Eigenregie aufgebracht wird.

„Dieses Budget einzuhalten wird eine große Herausforderung“, gab Christian Weiskopf zu Bedenken, der gemeinsam mit Bruder Peter Berg die Verantwortung für die Einrichtungen der Barmherzigen Brüder in der Region Trier trägt. „Angesichts der konjunkturellen Situation im Baubereich zeichnen sich Kostenüberschreitungen ab.“

So oder so wird das Haus St. Martinus die größte Investition der Brüder in den vergangenen Jahrzehnten. Sie kostet sogar mehr als der im vergangenen Jahr eingeweihte große Neubau für den Zentral-OP, die Krankenhausküche und das Zentrallabor. Zumal von den dafür investierten 53,5 Millionen Euro das Land insgesamt 32 Millionen Euro beigesteuert hat. Nach Meinung von Christian Weiskopf wird sich St. Martinus aber trotz der Rekordsumme nicht nur für die Patienten auszahlen, für die auf drei Etagen insgesamt 119 Betten in modernsten Dreibett-, Zweibett- und Einzelzimmern bereitstehen werden. Auf jeder Bettenstation wird es auch Isolierzimmer geben, um bei Bedarf hochinfektiöse Patienten oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem einzeln unterbringen zu können. „Wir entlasten auch in anderen Bereichen das Haupthaus, wo extreme Raumnot herrscht.“

So soll der barrierefrei ausgelegte Neubau die Möglichkeit schaffen, nach und nach ältere Stationen zu modernisieren. Zudem sind im Untergeschoss diagnostische Räumlichkeiten vorgesehen, zum Beispiel für die Computertomographie. Gebaut werden auch Spezialräume, die von einer Gemeinschaftspraxis für Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie genutzt werden. Im Erdgeschoss soll zudem eine große Dialysestation unterkommen sowie eine Ambulanz für die Bauchfelldialyse. Moderne Endoskopie-Untersuchungsräume und ein Raumprogramm für den klinischen Arztdienst sind ebenfalls vorgesehen.

Hausoberer Markus Leinenweber glaubt, dass sich jede Investition in das „sehr komplexe Projekt“ auszahlen wird. „Wir verbessern mit dem neuen Gebäude die Rahmenbedingungen für den stationären Aufenthalt unserer Patientinnen und Patienten deutlich.“ Etwa 31 000 Menschen werden in jedem Jahr stationär im Brüderkrankenhaus versorgt. Die Zahl der ambulant versorgten Patienten liegt bei 56 000 Euro jährlich. Die Erinnerung an den Heiligen Martin, dessen Namen ganz bewusst für das neue Bettenhaus gewählt wurde, sei dabei Programm und ständige Mahnung: „Er hat die Not der Menschen wahrgenommen und gehandelt.“

Zur Grundsteinlegung am Montag waren auch die Nachbarn und Anwohner der Mega-Baustelle eingeladen. Sie mussten in den vergangenen Monaten vor allem mit viel Baustellenverkehr klarkommen und freuen sich darauf, wenn der Großbau fertig ist. Dann soll auch die derzeit stark ramponierte Parkanlage des Krankenhauses  wieder in neuem Grün erstrahlen.

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