Emsiges Treiben im Atelier

TRIER. "Die Sinne schärfen, Farben erkennen und unterscheiden." Damit Kinder das erlernen und praktizieren, hat das Rheinische Landesmuseum Trier alle Kids im Alter von sieben bis elf Jahren in eine eigens eingerichtete Farbenwerkstatt eingeladen.

Im "Atelier", an lauschiger Stelle im Schatten des alten Museumsgebäudes, herrscht emsiges Treiben. Farben mischen für das persönliche Werk

Knapp zwanzig Mädchen und Jungen - viele in richtigen Malerschürzen - sind damit beschäftigt, Farben zu mischen, anzurühren und sie auf ihre Zusammensetzung hin zu prüfen. Ist dies geschehen, kommt der kreative Teil: Nach individuellem Gusto komponiert jeder der kleinen van Goghs, Rembrandts oder Picassos sein eigenes Chef-d`Oeuvre - sei es in Pastell, Aquarell oder Öl. Eingeweiht in die hohe Kunst des Malens und Farbenmischens werden die Kinder von der Erzieherin Klara Schuffenhauer und Assistentin Gajaneh Grigoryan. "Alle hier verwendeten Farben bestehen aus Naturmaterialien und sind selbst hergestellt", erklärt die Kursleiterin. Rot beispielsweise sei nicht gleich rot, sowohl farblich als auch von der Konsistenz her. Es gehe darum, die jeweilige Beschaffenheit einer Farbe erkennen und unterscheiden zu lernen. Klara Schuffenhauer: "Sehen, riechen, die Sinne schulen und schärfen. Für die Kinder soll es ein Sinneserlebnis sein. Hierzu bedarf es einer rationellen Basis. Die schaffen wir durch die selbstständige Zubereitung der Farben. Dass damit auch Mühe verbunden ist, haben die Kinder schnell gemerkt." Was die achtjährige Katharina aus Konz in drei Tagen Farbenwerkstatt gelernt hat, ist erstaunlich. Über natürliche Bindemittel wie Eierfarbe, Quark, Kreidepulver, Borax und vieles mehr weiß sie eine Menge zu berichten. Der Fortbestand der Farbenwerkstatt scheint auf lange Zeit gesichert.

Seit vier Jahren gibt es die Einrichtung bereits, wie von Margarethe König, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums, zu hören ist. Natürlich ließ sich die Museums-Chefin einen Besuch in der Künstlerkolonie nicht entgehen. "Die Farbenwerkstatt entstand aus rein persönlicher Initiative", informiert Margarethe König. Maia, die Tochter von Museumsdirektor Hans-Peter Kuhnen, habe einmal an einer Veranstaltung von Klara Schuffenhauer teilgenommen - und schon war die Idee geboren.

Am Ende der diesjährigen Farbenwerkstatt ist Bestandsaufnahme. Stolz präsentieren die kleinen Künstler ihre Werke. Auf die Frage, was sie denn einmal werden wollen, tönt es unisono: "Natürlich Maler."